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Die Gesamthochschule ist die Zukunft

Die Gleichberechtigung von Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Universitäten ist für uns Juso-Hochschulgruppen  wichtig und richtig. Ein Zweiklassen-Hochschulsystem, wie es momentan existiert, steht unseren sozialdemokratischen Grundsätzen von Bildungsgerechtigkeit entgegen. Neben der Gleichwertigkeit der Abschlüsse und dem Ausbau des Mittelbaus gibt es noch viele weitere Aspekte, in denen Hochschulen für angewandte Wissenschaften dringend aufgewertet werden müssen.

Langfristig darf jedoch das Modell der Gesamthochschule nicht aufgegeben werden. Es stellt einen Weg dar, der weitergeführt werden muss. Gesamthochschulen sind Beispiel für eine Inklusive Hochschule und für Durchlässigkeit im Bildungssystem. Wir fordern deshalb die flächendeckende Einführung von  Gesamthochschulen.

Die Idee einer Gesamthochschule wird seit den 1960er Jahren verfolgt, um dem Zweiklassen-Hochschulsystem von Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Universitäten entgegenzuwirken. Aktuell werden Absolvent*innen von Hochschulen für angewandte Wissenschaften bei der Vergabe eines Masterplatzes an der Universität und im späteren Berufsleben durch oft schlechtere Bezahlung benachteiligt, während auch wissenschaftliches Personal und Dozierende an Hochschulen für angewandte Wissenschaftlichen schlechter bezahlt werden als an Universitäten.

Wir sehen jedoch keinen Grund dafür, zwischen angewandten und theoretischen Wissenschaften zu unterscheiden. Studierende sollen selbst entscheiden, wie praxisorientiert oder theoretisch das gewählte Studium sein soll. Bereits jetzt gibt es viele Studiengänge an Universitäten, die ausgesprochen praxisorientiert sind. Die Zusammenlegung von Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Universitäten zu Gesamthochschulen mit praxisorientierten und theoretisch geprägten Studiengängen  unter einem Dach ist daher unser langfristiges Ziel.

Durch die Überwindung unterschiedlicher Zulassungsvoraussetzungen wird Menschen mit unterschiedlichsten Abschlüssen ein Studium ermöglicht, was ein großer Schritt für die Durchlässigkeit im Bildungssystem ist. An Gesamthochschulen wird außerdem der Gedanke einer inklusiven Hochschule gelebt. Weder bei den Studierenden noch beim wissenschaftlichen Personal werden zwei Klassen unterschieden. Es wird zudem nicht grundlos in angewandte Wissenschaft und theoretische Wissenschaft getrennt – in allen Studiengängen soll eine entsprechende Ausrichtung je nach Interesse der einzelnen Studierenden möglich sein.

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