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uni-assist bundesweit entgegentreten!

Wer sich mit einer nicht-deutschen Hochschulzugangsberechtigung um einen Studienplatz an einer deutschen Hochschule bewirbt, hat es innerhalb des Bewerbungsprozesses mit undurchsichtigen Strukturen und Kosten, fehlender Beratung und einer zum Teil willkürlichen Auswahl zu tun. All dies sind Folgen des ausgelagerten Bewerbungsverfahren an über 100 Hochschulen bundesweit. Ausländische Studierende bewerben sich nicht wie ihre deutschen Kommiliton*innen bei der Hochschule direkt, sondern bei uni-assist e.V.

 

Die Auslagerung des Bewerbungsverfahrens verdient in vielerlei Hinsicht Kritik. Schließlich ist die Auswahl der Bewerber*innen im Grunde eine ureigene Aufgabe der Universität selbst. Besonders die Erhebung eines gesonderten Entgelts für die Bearbeitung der Unterlagen ausländischer Bewerber*innen erscheint im Lichte des Diskriminierungsverbotes (Art. 18 AEUV) höchst fragwürdig. Darüber hinaus ergeben sich weitere Hürden aus dem intransparenten und komplizierten Bewerbungsverfahren. Oft kommt es vor, dass Bewerber*innen scheitern, da ihre Unterlagen unvollständig sind oder Formfehler aufweisen. Die Ursache hierfür ist in vielen Fällen, dass Ansprechpartner*innen fehlen oder es nur unzureichende Informationen gibt, sodass auf die Probleme der einzelnen Bewerber*innen überhaupt gar nicht eingegangen werden kann.

 

Bereits auf dem letzten BKT wurde die Abschaffung von uni-assist beschlossen. Darüber hinaus läuft die Klage eines Studierenden gegen die HU Berlin auf Rückerstattung der Bewerbungskosten. All dies sind wichtige erste Schritte weg von einem rassistischen und diskriminierenden Bewerbungsverfahren hin zu mehr internationaler Vielfalt und Transparenz an Hochschulen. Damit uni-assist allerdings endlich abgeschafft wird, braucht es eine starke Stimme aus der Studierendenschaft, welche das Thema auf einer möglichst breiten Basis diskutiert und über die Missstände aufklärt. Viele deutsche Studierende wissen überhaupt nicht, dass es ein gesondertes Bewerbungsverfahren für ausländische Bewerber*innen gibt, teilen aber die Ablehnung für uni-assist und würden vielleicht selbst gerne aktiv werden.

 

Wir Juso-Hochschulgruppen werden daher folgende Schritte unternehmen, um über uni-assist zu informieren und weiterhin für die Abschaffung solcher gesonderter Bewerbungsverfahren zu kämpfen:

 

  1. Der Bundesvorstand wird geeignete Informationsmaterialien ausarbeiten, um die einzelnen Juso-Hochschulgruppen dabei zu unterstützen, vor Ort die Öffentlichkeit, die Presse und alle Mitglieder der Hochschule über die Diskriminierung durch uni-assist zu informieren.
  2. Auf der Internetseite der Juso-Hochschulgruppen werden Informationen und aktuelle Entwicklungen zu uni-assist zusammengefasst sowie  Informationsmaterialien bereitgestellt.
  3. Die Juso-Hochschulgruppen vor Ort werden das Thema in Fachschaften, Studierendenvertretungen und -parlamenten einbringen, Informationsmaterialien an ihrer Hochschule verteilen und auf ihren sonstigen Treffen und Veranstaltungen darauf hinweisen. Nach Möglichkeit werden sie außerdem Aktionen und weitere öffentliche Veranstaltungen durchführen, um auf das Thema aufmerksam zu machen.
  4. Die Juso-Hochschulgruppen planen unter Einbeziehung von Bündnispartner*innen einen Aktionstag gegen uni-assist.
  5. Die Juso-Hochschulgruppen vor Ort sondieren die Möglichkeit, Petitionen für den Austritt der jeweiligen Hochschule aus uni-assist durchzuführen.

Das klare Ziel all dieser Mühen soll der Austritt aller Hochschulen aus uni-assist sein!

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