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Gute Arbeit auch in den Schlachtfabriken

Die Arbeitsbedingungen in den Schlachtfabriken sind bekanntermaßen schlecht. Gearbeitet wird oft in Akkordarbeit und im Schichtbetrieb. Eine „Geisterarmee aus Osteuropa“ wird über Werksvertragsunternehmen angeheuert. Diese muss für ihre Überfahrt bezahlen und bekommt hinterher oftmals weniger als den vorher zugesagten Lohn. Die Unterkünfte sind überfüllt, veraltet, überteuert und werden den Arbeitnehmer*innen vom Lohn abgezogen.[1] Gewerkschafter berichten weiterhin von einer „effektiv[en] Bezahlung bei unter vier Euro in der Stunde“.[2] Auch werden Arbeitsschutzstandards über Werksverträge unterminiert.[3]

                                                      

Wir fordern daher

  • Ein sofortiges Ende der ausbeutenden Praxis in Schlachtfabriken, insbesondere gilt dies für diejenigen, von denen die Studierendenwerke ihre Wahre beziehen. Der Mindestlohntarifvertrag muss eingehalten und die Werksvertragsunternehmen ausgeschlossen werden. Ebenso darf der Mindestlohn nicht über Scheinselbstständigkeiten übergangen werden. Die Kosten für Kost und Logis dürfen nicht auf den Mindestlohn angerechnet oder mit ihm verrechnet werden. Der Arbeitsschutz muss auf Kosten der Arbeitgeber*innen vollzogen und die Arbeitsausrüstung durch die Arbeitgeber*innen gestellt werden.
  • Die Studierendenwerke sollen bestehende Verträge auslaufen lassen und bei neuen Verträgen bzw. Einkäufen auf diese Forderungen bestehen und somit ihre (gemeinsame) Stellung am Markt nutzen
  • Mögliche Veränderungen im Angebot sowie der Preisstruktur dürfen nicht zu einer Änderung der Forderungen führen.

Innerhalb der vorherrschenden Denkweise in der Tiere zu Waren gemacht werden ist dies wohl das mindeste, wie zumindest den arbeitenden Menschen Schutz gewährt werden kann. Es gibt kein Recht auf Fleisch, aber ein Recht auf gute Arbeit.



[1]Kunze, Anne: „Fleischwirtschaft: Die Schlachtordnung | ZEIT ONLINE“ (17.12.2014), http://www.zeit.de/2014/51/schlachthof-niedersachsen-fleischwirtschaft-ausbeutung-arbeiter/komplettansicht

[2]Wyputta, Andreas: „Lohndrückerei in der Fleischindustrie: Zerleger werden ausgebeutet - taz.de“ (09.04.2015), http://www.taz.de/!157879/

[3]Atypisch Beschäftigte werden von Arbeits- und Gesundheitsschutz oft nicht erreicht“ (18.05.2015), http://www.bildungsspiegel.de/bildungsnews/arbeitsmarkt/3172-atypisch-beschaeftigte-werden-von-arbeits-und-gesundheitsschutz-oft-nicht-erreicht.html

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