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Gegen das Vergessen – Gedenkstättenfahrten im Studium ermöglichen

Auf dem letzten BKT haben wir uns für eine stärkere Aufarbeitung der Rolle von Hochschule und Studierendenschaft im Nationalsozialismus ausgesprochen und eine aktive Erforschung auch von Seiten der Studierenden gefordert (BKT 2015/1 Antrag „Unter den Talaren Muff von tausend Jahren - Die  historische  Verantwortung  von Studierenden und Studierendenschaften“). Diesem Prozess vorgelagert muss allerdings zunächst die allgemeine Auseinandersetzung mit dem Gesamtkomplex „Verbrechen in Nazi-Deutschland“ erfolgen. Dazu ist es entscheidend schon in frühen Jahren auch die Schauplätze und Orte der Verbrechen des Nationalsozialismus in die politische Bildung einzubeziehen. Bereits in der Schule muss daher eine konkrete Auseinandersetzung mit diesen erfolgen und durch Gedenkstättenfahrten ermöglicht werden.

 

Eine Erinnerungskultur und eine Auseinandersetzung sollten jedoch nicht nur während der Schulzeit stattfinden. Oft fehlt es an präzisem Wissen über die Verbrechen des Nationalsozialismus, je länger der schulische Geschichtsunterricht zurückliegt. Dementsprechend ist eine lebenslange und wiederholte Auseinandersetzung notwendig.

Auch im Rahmen des Studiums ist es daher wichtig, sich die nationalsozialistischen Verbrechen, insbesondere die Shoah, immer wieder vor Augen zu führen und sich aktiv mit diesem Thema zu beschäftigen. Gerade die verbesserte Fähigkeit des Verstehens komplexer Themen macht eine erweiterte Auseinandersetzung mit der Shoah unumgänglich. Deshalb sollte auch im Rahmen des Studiums die Möglichkeit für Gedenkfahrten zu KZ-Gedenkstätten geschaffen werden, um historische Verantwortung und Wachsamkeit gegenüber Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Faschismus zu stärken.

 

  • Wir Juso-Hochschulgruppen fordern daher, dass an allen Hochschulen zumindest einmal im Jahr eine Gedenkfahrt zu einer KZ-Gedenkstätte angeboten wird. Alle Mitglieder der Hochschule sollen dann die Möglichkeit haben, an dieser teilzunehmen. Die Gedenkfahrten müssen insbesondere gut vor- und nachbereitet werden. Jedoch ist auch klar, dass es für unterschiedliche Menschen nicht den einen richtigen Weg der Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus gibt. Stattdessen soll es möglichst viele verschiedene Projekte und Angebote zur Auseinandersetzung geben, um auch möglichst viele Menschen zu erreichen. Die Hochschule muss den Rahmen dafür schaffen, dass alle Studierenden auch praktisch die Möglichkeit und insbesondere den Raum und die Zeit neben ihrem Studium haben, um an solchen Bildungsangeboten  teilzunehmen. Erinnerungskultur und Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus darf niemals zu einer bloßen Pflichtveranstaltung innerhalb eines Studiums werden. Sie muss stets als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen werden, die es in allen Lebensbereichen zu etablieren gilt.

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