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Inklusion stärken - Sprachkurse für Geflüchtete weiterhin kostenlos anbieten!

Die Inklusion von Geflüchteten in Deutschland ist eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Viele Menschen sind weltweit auf der Suche nach Schutz vor Krieg, Gewalt, Armut oder weiteren schlechten Lebensbedingungen und wollen gemeinsam mit uns in Frieden und Sicherheit leben. Ein bedeutender Aspekt der Inklusion dieser geflüchteten Menschen ist der schnelle und gezielte Spracherwerb, der vielerorts das Tor zu einer gelingenden Inklusion und einem Zugang zu dem deutschen Bildungssystem ermöglicht. Nur so kann ein gleichberechtigtes Zusammenleben an Hochschulen, auf der Arbeit und in der Gesellschaft entstehen. Als Juso-Hochschulgruppen müssen wir uns dafür einsetzen, Schutzsuchenden schnell, unkompliziert und kostenlos den Zugang zu Sprachkursen zu ermöglichen. Anders ist Inklusion auf lange Sicht nicht umsetzbar!

Mit der Einführung des Asylpaketes II beugte sich die schwarz-rote Bundesregierung konservativen und rechten Stimmen in der Gesellschaft und schaffte weitere unhaltbare Verschärfungen im Asylrecht. Das Ideal einer weltoffenen, solidarischen Gesellschaft sowie einer progressiven Inklusionspolitik rückt so immer weiter in die Ferne. Anstatt Geflüchtete willkommen zu heißen und ihnen auf möglichst unkomplizierte Weise einen Zugang in die Gesellschaft zu verschaffen, setzt die Bundesregierung vornehmlich auf Abschreckung als Mittel der Wahl, um die weniger Geflüchtete ins Land zu lassen. Neben der Deklarierung weiterer sogenannter „sicherer Herkunftsländer“ und der Aussetzung des Familiennachzuges für subsidiär Schutzbedürftige, wurden kostenlose Sprachkurse für Geflüchtete de facto abgeschafft.

Mit einer Leistungskürzung um zehn Euro auf einen monatlichen Betrag von derzeit lediglich 143,-€ wurde indirekt ein Beitrag für die Finanzierung von Sprachkursen erhoben. Den ohnehin schon geringen monatlichen Betrag nochmals zu verringern, halten wir für grundfalsch und inhuman. Wir Juso Hochschulgruppen sehen die neuen Regelungen des Asylpaketes II als Angriff auf eine effektive Inklusionspolitik, die bereit ist ihrer Verantwortung nachzukommen und Menschen dauerhaft willkommen zu heißen.

 

 Wir fordern deshalb:

  • Sprachkurse für Geflüchtete müssen in Zukunft wieder kostenlos angeboten werden! Die Finanzierung darf nicht durch Abgaben oder Abzüge im Asylbewerberleistungsgesetz [sic!] umgesetzt werden. Die Finanzierung der Sprachkurse muss aus Mitteln des Bundes oder Landes erfolgen.

  • Das Angebot an Sprachkursen muss erhöht werden! Noch immer können Geflüchtete aufgrund zu hoher Auslastung nicht an Sprachkursen teilnehmen. Ist es Menschen über längere Zeit verwehrt, an einem Sprachkurs teilzunehmen, so ist ihre Teilhabe an der Gesellschaft stark eingeschränkt.

  • Sprachkurse sollen Menschen eine Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen und dienen nicht dazu, Menschen für die Wirtschaft oder die Arbeit verwertbar zu machen. Fachspezifische Sprachkurse soll es deswegen als zusätzliches Angebot geben, damit die Teilnehmer*innen die Möglichkeit haben, an allen Fachrichtungen und Berufsfeldern zu partizipieren. Sprachkurse müssen dauerhaft, kontinuierlich und auch für höhere Sprachniveaus angeboten werden. Die Gestaltung der Sprachkurse muss zudem Sprachniveau, Lernfortschritt und Alphabetisierung der Teilnehmer*innen berücksichtigen, um alle Geflüchteten optimal zu fördern

     

Auf dem Weg zu einer weltoffenen Willkommensgesellschaft bedarf es einer allen zugänglichen Sprachbildung. Nur wenn Verständigungsprobleme abgebaut werden können, können sich alle in der Bundesrepublik lebenden Menschen kennenlernen und zu einer Hand in Hand gehenden Gesellschaft zusammenwachsen. Das kostet auch Geld. Aber langfristige Investitionen in Bildung und Inklusion sind zwingend notwendig und stärken den Zusammenhalt der Gesellschaft. Alle Menschen haben ein Recht auf Bildungsteilhabe. Der Staat ist verantwortlich dafür, allen Menschen den Zugang u Bildung zu ermöglichen.

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