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Let's smash patriarchy together - Keinen Raum für Antifeminismus

Antifeminismus rückt seit Jahren in immer breitere Teile der Gesellschaft vor und ist auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Dabei verbindet er (national)konservative, rechtspopulistische und rechtsradikale Einstellungen. Gewettert wird dabei über die „Gender-Ideologie“, „Frühsexualisierung“ und den „Gender-Wahn“. „Feminazis“ und „Kampflesben“ würden angeblich – gefördert durch den Staat – das Wertefundament der Gesellschaft zerstören.

Der Antifeminismus ist dabei kein neues Phänomen. Prinzipiell richtet er sich auf der einen Seite gegen den Feminismus als Theorie und Weltanschauung, auf der anderen Seite aber auch gegen die organisierte Bewegung von Frauen* für die Gleichstellung der Geschlechter. Historisch bildete sich der Antifeminismus als Gegenstück zu Frauen*bewegungen heraus. Der Begriff des „Antifeminismus“ wurde von der Frauenrechtlerin Hedwig Dohm im Jahr 1902 in ihrem Buch „Die Antifeministen. Ein Buch der Verteidigung“ kreiert. Sie lehnt ihn dabei an den Begriff des Antisemitismus an. Die Zusammenhänge von Antifeminismus und Antisemitismus liegen dabei in der Welterklärungsfunktion und der pathischen Projektion, die Jüdinnen und Juden und Frauen* als mystische, übermächtige Bedrohung sieht, begründet. Ähnlichkeiten lassen sich historisch beispielsweise im Zusammenhang mit dem mittelalterlichen Hexenverfolgungen und antijüdischen Mythen wie der Ritualmordlegende oder der von der Brunnenvergiftung aufzeigen: die Identifikation von Jüdinnen und Juden und Frauen* mit Zauberei“, „Unnatürlichkeit“ und Übermacht weist erkennbare Parallelen auf. Zugleich ist von Bedeutung, dass diese Ähnlichkeiten keine Gleichsetzung bedeuten. Der Antifeminismus um 1900 richtet sich vor allem gegen die Erwerbstätigkeit von Frauen*, durch die man die (heterosexuelle) Ehe, als Allegorie für die patriarchale Machtverhältnis, gefährdet sah.

Diese Angst ist nach wie vor bei Antifeminist*innen zu finden. Allerdings hat sich der Antifeminismus gleichzeitig stark verändert. Mittlerweile gehören zu diesem Kreis in Deutschland Organisationen und Bündnisse wie die AfD, Pegida, Besorgte Eltern, Demo für alle, Lebensschützer oder christlich-fundamentalistische Organisationen.
Sie bekämpfen staatliche Maßnahmen zur Gleichstellung, Liberalisierung von Abtreibung, geschlechtersensibler Pädagogik und Sexualerziehung.
Es ist dabei ihr erklärtes Ziel, Einfluss auf den gesellschaftlichen Diskurs zu nehmen. Dieses Ziel wird unterstützt von der AfD, welche das gesellschaftspolitische Klima in den letzten Jahren deutlich verändert hat und veranlasst damit auch etablierte Parteien, in ihrer Kommunikation nationalkonservative Positionen zu artikulieren. Antifeminismus wird aber nicht nur in der gesellschaftlichen Rechten formuliert, sondern ist der gesamtgesellschaftlichen patriarchalen Struktur immanent.
Daher ist es an uns, den gesellschaftlichen Diskurs erneut hin zum Feminismus und zur Gleichstellung aller Geschlechter zu lenken!

Antifeminismus wird immer häufiger in weiten Teilen der Gesellschaft salonfähig und stellt gleichzeitig eine verbindende Brücke zwischen der Neuen Rechten und der gesamtgesellschaftlichen Mitte dar. Wir Juso Hochschulgruppen treten dem als sozialistischer, feministischer, internationalistischer und antifaschistischer Richtungsverband entgegen.

Dieses Vorgehen umfasst folgende Punkte:

1. Aufklärung und Information

Die Planung und Veröffentlichung von Argumentationshilfen wird gefordert und gefördert. Dabei setzen wir auf einfache Verständlichkeit und Differenzierung. Es muss darum gehen, Feminismus allen Menschen näher zu bringen und dabei an ihre Erfahrungen anzuknüpfen. Theorie soll mit eigenen Inhalten gefüllt werden.
Des Weiteren informieren wir uns und andere über antifeministische Tendenzen und/ oder Gruppierungen an unserer Hochschule. Dies tun wir auch als Hochschulgruppe in den Gremien der studentischen Selbstverwaltung. Hier setzen wir uns dafür ein, dass Fachstellen eingerichtet werden, die antifeministische, sexistische Vorkommnisse und Fälle sexualisierter Gewalt sammeln und darüber (anonym) berichten.

2. Förderung von Medienkompetenz

Wir überlassen den Antifeminist*innen nicht das Netz. Hate Speech und die Androhung von (sexualisierter) Gewalt müssen wir ernst nehmen und uns in solchen Fällen gegenseitig unterstützen und, soweit dies dem Willen der Betroffenen nicht widerspricht, gegebenenfalls Anzeige gegen die Täter*innen erheben oder sontige Konsequenzen erwirken. Außerdem müssen die technischen, rechtlichen und rhetorischen Möglichkeiten zum Umgang mit Hate Speech besser kommuniziert werden, beispielsweise durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit vor Ort.

3. Öffentliche Diskurse führen

Wir dürfen die Debatte über Feminismus und Geschlechterpolitiken nicht den Antifeminist*innen überlassen. Wir müssen mehr Konfrontation eingehen. Gerade die durch antifeministischen Ideen verunglimpften und verzerten Begriffe und Konzepte, wie beispielsweise „Feminismus“ und „Gender“ müssen wieder von uns als Feminist*Innen definiert und verteidigt werden.

4. Öffentlicher Protest

Wir stellen uns öffentlich konsequent gegen antifeministische Strukturen oder Demonstrationen. Wir lassen ihre Forderungen dabei nicht unkommentiert und beteiligen uns daher an Gegenprotesten und setzen auch selbst Zeichen gegen den Antifeminismus.

5. Intersektionalismus

Feminsmus darf keine Insel sein. Paositionen von POC/WOC, Menschen mit Beeinträchtigungen und chronischen Krankheiten und LGBQTIA* Belange müssen betrachtet werden.

Let’s smash patriarchy together!

Wir lassen dem Antifeminismus keinen Raum! Wir wollen das Patriarchat überwinden!

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