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Verbesserung der Arbeitsbedingung studentischer Beschäftigter an Hochschulen

Die Arbeitsbedingungen studentischer Beschäftigter an Hochschulen werden seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert. Neben dem oftmaligen Verschweigen von Urlaubsanspruch und dem Vergüten von Krankheitstagen bzw. Feiertagen spielt eine starke Intransparenz bei der Gehaltsbildung und –Entwicklung in vielen Bundesländern eine entsprechend große Rolle. Dennoch stellen die studentischen Beschäftigten einen wichtigen Bestandteil der Arbeitsfähigkeit der Hochschulen dar. Gleichwohl erhalten Student*innen, welche eine Beschäftigung an Hochschulen ausüben, meist Verträge mit Laufzeiten von wenigen, so dass Arbeitgeber*innen die Möglichkeit haben, Studierende, die ihre Arbeitsverhältnisse kritisch hinterfragen, nicht weiter zu beschäftigen. Gleichzeitig sind es die studentischen Beschäftigen, die häufig auch auf die Beschäftigung angewiesen sind, dadurch sind sie einer schwierigen Perspektive ausgesetzt und mangelnd abgesichert.

Neben den eben kurz umrissenen fraglichen Arbeitsbedingungen gilt es zu betonen, dass Studierende die gegen Vergütung an einer Hochschule arbeiten, sich teilweise in eine doppelte Abhängigkeit begeben. Wer an einem Institut arbeitet, an dem er*sie auch studiert, steht unter dem Druck, dass sich bestimmte Verhaltensweisen negativ auf die Noten oder den erfolgreichen Abschluss des Studiums auswirken könnten. Die Folge ist, dass sich diese Gruppe von Arbeitnehmer*innen eher selten mit rechtlichen Maßnahmen zum Durchsetzen ihrer Belange behilft. Die folgenden drei Forderungen, welche im Folgenden detaillierter beschrieben werden, bilden nur einen Anfang um die Arbeitsbedingungen studentischer Beschäftigter an Hochschulen zu verbessern:

  1. Studentische Beschäftige sollen in allen Bundesländern eigene Tarifverträge erhalten oder in den TV-L aufgenommen werden. Dabei soll der Stundenlohn 12,50€ nicht unterschreiten
  2. In Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften, beziehungsweise den gewerkschaftlichen Hochschulgruppen, soll daran gearbeitet werden, dass Studierende besser über ihre Rechte als Arbeitnehmer*innen informiert sind
  3. Zwingende Einrichtung einer Vertretung studentischer Beschäftigter

Das Praktizieren einer Vielstaaterei bei der Ermittlung eines Vergütungssatzes von studentischen Angestellten ist längst überholt. Die gute und wichtige Arbeit der studentischen Hilfskräfte muss auch mit einer guten und angemessenen Vergütung einhergehen. Es braucht endlich eine bundesweit einheitliche und angemessene Vergütung für studentische Beschäftigte. Wir fordern deswegen die flächendeckende Einführung von Tarifverträgen für studentische Hilfskräfte oder die Aufnahme in den Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst der Länder (TVL), wie dies zum Beispiel bereits in Berlin der Fall ist. Studentische Beschäftigte sind ganz normale Arbeitnehmer*innen der Hochschule und sollen nicht länger künstlich aus dieser Gruppe ausgeschlossen werden. Da zurzeit die Vergütung je nach Bundesland und Hochschule noch sehr schwankt, fordern wir überall eine Vergütung von mindestens 12,50€ pro Stunde

Eine leistungsorientierte Vergütung der studentischen Beschäftigten je nach individuellen Fähigkeiten lehnen wir ab! Wir fordern eine gerechte und angemessene Vergütung für alle! Grundsätzlich wird bei den Beschäftigen jedoch unterschieden zwischen Studierenden ohne Abschluss und Studierenden, die bereits einen Abschluss haben. Diejenigen, die bereits einen Studienabschluss oder auf dem Gebiet des Studienfaches eine berufliche Ausbildung abgeschlossen haben, dürfen nicht entgegen ihrer Qualifikation im Hinblick auf die Vergütung und die Tätigkeiten wie Studierende ohne Abschluss behandelt werden.

Wie eingangs erwähnt sind die Arbeitsrechte von studentischen Beschäftigten oftmals wenig bekannt bzw. kommen unter Umständen nicht voll zum Tragen. Deshalb soll gemeinsam mit unseren wichtigsten Bündnispartner*innen im Bereich guter Arbeit, den Gewerkschaften, daran gearbeitet werden, dass Studierende besser über ihre Rechte informiert werden. Weiterhin muss sich kritisch mit der Möglichkeit des Ausnutzens studentischer Beschäftigter durch die Anwendung u.a. verschiedener Vertragstypen (z.B. Werksverträge) auseinandergesetzt werden.

Ebenfalls benötigen die Studierenden, welche an Hochschulen beschäftigt sind, eine gezielte und kostenfreie Beratung zu deren Rechten. Hier soll eine zentrale Anlaufstelle für alle an Hochschulen arbeitstätigen Studierenden geschaffen werden, um sich über deren Rechte und mögliche Umsetzung dieser informieren zu können.

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