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Bildungsstreik für Solidarität und freie Bildung

Die Zustände im Bildungssystem sind in den letzten Jahren nicht etwa besser, sondern schlechter geworden. In diesem Wintersemester werden massenweise Studierwillige abgewiesen, denn es mangelt an Studienplätzen. So viele StudienanfängerInnen wie noch nie zuvor haben sich an den Hochschulen beworben, und trotz der vielen Ablehnungen sind die Hochschulen überfüllt: keine Seminarplätze, Vorlesungen in Kinos, zu kleine Bibliotheken, zu wenig Wohnungen, unzureichende Beratungsangebote usw. Dazu kommt, dass diejenigen, die nach dem Bachelor weiter studieren wollen, nicht wissen, ob sie danach einen Masterplatz bekommen. Viele Probleme waren absehbar, sowohl die doppelten Abiturjahrgänge als auch die erhöhte Studierneigung sind seit Jahren bekannt.. Wir brauchen einen Richtungswechsel in der Hochschulpolitik und fordern daher ein Sofortprogramm für mehr Studienplätze und angemessene soziale Infrastruktur, ein nachfragedeckendes Angebot an studentischem Wohnraum sowie einen freien Masterzugang.

Aber auch in Schulen sind die Probleme immens: Die Mehrgliedrigkeit, die großen Klassen und die veraltete Pädagogik führen zu unmotivierten SchülerInnen sowie LehrerInnen und einer starken sozialen Selektion. Wir brauchen dringend eine Gemeinschaftsschule und kleinerer Klassen. Bis wir das erreicht haben, kann es für uns keinen „Schulfrieden“ geben.

In der beruflichen Bildung mangelt es ähnlich wie im Studium an Ausbildungsplätzen. Die Übernahme ist meist unsicher und viele Auszubildende wissen nicht, ob sie nach ihrer Ausbildung einen Job bekommen. Hier fordern wir eine Übernahme nach der Ausbildung und eine Ausbildungsplatzumlage.

Die Situation im Bildungssystem ist katastrophal und wir haben konkrete Vorstellung, wie dies geändert werden kann. Die letzten Bildungsproteste haben gezeigt, dass wir gemeinsam etwas bewegen können. Die Abschaffung der Studiengebühren in mehreren Bundesländern, einzelne Verbesserungen bei der Umsetzung von BA/MA-Strukturen und die Abschaffung der Kopfnoten in NRW zeigen, dass der öffentliche Druck etwas ausrichten kann. Diesen müssen wir wieder aufbauen.

Darum werden wir mit Studierenden, SchülerInnen, Auszubildenden, aber auch Lehrenden zusammen am und um den 17. November auf die Straße gehen und durch Protestaktionen auf die Missstände in der Bildung aufmerksam machen. Wir werden uns in den lokalen Bündnissen engagieren und mit ihnen zusammen Demos, Flashmobs und andere Aktionen durchführen. Auch auf überregionaler Ebene werden wir uns durch Presse und Koordinationsarbeit am Protest beteiligen. Wir unterstützen den Aufruf des Bildungsstreiks für Solidarität und freie Bildung

Der Aufruf findet sich unter www.bildungsstreik.net/aufruf-zum-bildungsstreik-fur-solidaritat-und-freie-bildung und kann dort auch unterzeichnet werden.

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