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Das ist unser Haus – Studierendenhäuser für alle!

Ein Haus mit hohen Fenstern, die für viel Licht in den breiten Fluren sorgen, eine große Anzahl an Räumen, die zu gemeinschaftlicher Nutzung, Organisation und Selbstverwaltung einladen: Mit diesen Gedanken im Kopf entwirft der Architekt Otto Apel das Gebäude des Studierendenhauses am Campus Bockenheim.

Hochschulen sollen nicht nur blankes Wissen vermitteln, wir Studierenden dürfen nicht nur von Seminar zu Seminar hetzend, Creditpoints anhäufend durch das Studium wie durch einen Fiebertraum rauschen. Es geht darum, in allen Aspekten Bildung zu erfahren, in der Bildung von Freund*innenschaften, der Bildung von von Lesezirkeln, alternativen Vorlesungsreihen und kritischen studentischen Gruppen, in der Bildung des Charakters und in der Bildung der Person selbst. Allgemein müssen Campus politisiert werden. Sie sind gesellschaftliche Räume, in denen der politische Charakter nicht künstlich unterdrückt oder verdrängt werden sollte. Dies gilt es sicherzustellen, durch die Bereitstellung entsprechender Rahmenbedingungen durch die Hochschulen.

Ein Studierendenhaus muss dabei den Hochschulgruppen und den Organen und Gremien der studentischen Selbstverwaltung Räumlichkeiten bieten. Es muss ein Ort des Austausches, der Diskussion und der Kultur sein. Ein Beispiel für einen Ankerpunkt eines politischen und lebendigen Campus ist das Studierendenhaus mit dem Cafe KoZ an der Universität Frankfurt.  

Für das neue Studierendenhaus in Bockenheim hatten die beiden Rektoren der Goethe-Universität, die das Projekt jeweils begonnen und vollendet hatten, genaue Vorstellungen (Prof. Dr. Boris Rajewsky 1949-1951 und Prof. Dr. Phil. Max Horkheimer 1951-1953). Das Haus solle für Studierende aus aller Welt da sein und sie mit offenen Armen empfangen, es solle der Völkerverständigung, der Lehre und dem Fortschritt, vor allem aber der studentischen Selbstverwaltung und Ausbildung einer kritischen Persönlichkeit dienen. Erziehung einer akademischen Jugend, die sich nicht bloß wissenschaftliche Verfahrensweisen aneignet, sondern die zugleich den Umgang mit Menschen anderer Nationen und Religionen, freiwillige Hingabe an soziale, künstlerische, sportliche Tätigkeiten, Liebe zum Denken und Forschen, zum Diskutieren, zur kreativen Muße, kurz die den Geist der realen und tätigen Demokratie praktiziert.

Wir fordern:

Es muss an allen Hochschulen und an allen Campus ein Haus für Studierende geben. Ein Studierendenhaus, in dem der Allgemeine Studierendenausschuss seinen Platz findet, wo hochschulpolitische Gruppen, unabhängige Referate tagen und arbeiten können. Das Studierendenhaus muss selbstverwaltet sein, das Hochschulpräsidium muss den Studierenden diesen Freiraum zugestehen und diesen ermöglichen, ihre studentische Selbstverwaltung autonom wahrnehmen zu können, um nicht ihre freie Entwicklung zu aufgeklärten, mündigen Bürger*innen beschneiden. Dies ist besonders wichtig, da starre Strukturen, gestützt durch einen verheerenden Anachronismus, gelebten Konservativismus und gelehrter Autoritätshörigkeit, unter der die Entfaltung eines selbstreflektierenden Geistes erschwert wird.

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