Inhalt


Kultur ist für alle da – Kulturtickets ausbauen!

Kultur gerät in unserer kapitalistisch geprägten Gesellschaft immer stärker in den Hintergrund. Kommunen, Länder und Bund sparen in diesem Bereich meistens zuerst, da Kultur als Luxus betrachtet wird. Dies trifft insbesondere kritische Kultur, die keinen Mehrwert im kapitalistischen Sinne bringt oder dem Kapitalismus offen entgegensteht. Doch Kultur ist für uns ein Grundrecht und muss dementsprechend gefördert und zugänglich gemacht werden. Kulturpolitik darf für uns nicht Teil von Standortpolitik sein, die die Attraktivität einer Kommune gegenüber anderen Kommunen steigern soll. Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik, da durch eine kritische und unabhängige Kultur auch eine Auseinandersetzung mit der Gesellschaft stattfindet. Diese darf natürlich nicht nur einem bessergestellten Teil der Gesellschaft offenstehen, sondern allen Menschen. Daher muss die staatliche Förderung von Kultur ausgebaut werden.

Bisweilen hängt die Existenz vieler Kulturangebote in Hochschulstädten an der Unterstützung durch die Studierendenschaft, zum Beispiel durch Kultursemestertickets. An immer mehr Hochschulen haben Studierende die Möglichkeit vergünstigt oder kostenlos in kulturelle Einrichtungen und Veranstaltungen wie Theater, Konzerte, Museen und Sportveranstaltungen zu gelangen oder an Workshops und Lesungen teilzunehmen.

Kunst, Musik, Sport und Museen liefern eine wichtige Möglichkeit für Studierende sich in diversen Gebieten persönlichkeitsbildend weiterzubilden. Dabei ist Kultur oft auch ein kritischer Spiegel zur Gesellschaft und vor diesem Hintergrund ein wichtiges Medium zur eigenen Persönlichkeitsbildung. Die Möglichkeit für Studierende an unterschiedlichsten Kulturveranstaltungen teilzunehmen und dabei ihren Horizont auch außerfachlich zu erweitern oder bei anderen Veranstaltungen „über den Tellerrand“ zu sehen gehört zu einem guten Studium dazu. Dazu ermöglicht das Kulturticket Studierenden mit wenig finanziellen Ressourcen die Teilhabe am kulturellen Leben zu einem vergünstigten Preis.  Zudem können regionale Institutionen und Vereine durch gezielte Verhandlungen unterstützt werden.

Daher setzen wir uns für die Förderung von Kulturtickets vor Ort ein. Ziel muss es sein, die vorhandenen kulturellen Angebote vor Ort auszubauen und neue Angebote an Hochschulen zu schaffen. Die Juso-Hochschulgruppen solidarisieren sich daher mit den Kulturschaffenden sowie deren Initiativen vor Ort, wie etwa der niedersächsischen Initiative „Rette dein Theater“, und unterstützen sie in ihren Forderungen nach gerechter, ausreichender staatlicher Finanzierung durch Bund, Länder und Kommunen.  Die Juso-Hochschulgruppen setzen sich für einen kostengünstigen Zugang zu kulturellen Angeboten ein und unterstützen den Ausbau von Kulturtickets und ähnlichen Angeboten. Das Kulturticket soll in einer Ur-Abstimmung abgestimmt oder vom StuPa/StuRa beschlossen und als Solidarticket finanziert werden. Die Studierendenschaften sollen zusätzlich auf eine externe Finanzierung und Unterstützung durch Kommunen und Länder hinwirken. Das Kulturticket sollte nach Möglichkeit unter der Berücksichtigung der finanziellen Situation von Studierenden so kostengünstig wie möglich gehalten werden (Beispiel: in Göttingen kostet der vergünstigte oder kostenlose Eintritt in 27 verschiedene Einrichtung 9,81 Euro pro Student*in und Semester).

Wir fordern das Kulturticket aber nicht nur für Studierende, sondern auch explizit für Auszubildende, Schüler*innen und weitere finanziell benachteiligte Gruppen. Es gibt keinen Anlass dazu, spezifisch Studierende gegenüber Schüler*innen und Auszubildenden zu bevorzugen – Kultur ist für alle da! Gerade Schüler*innen sollten frühzeitig auf diesem Gebiet Förderung genießen dürfen. Bei Auszubildenden sollen die Arbeitnehmer*innen die Kosten der Tickets tragen.

Darüber hinaus möchten wir eine Möglichkeit schaffen, in der die verschiedenen existierenden Modelle besprochen werden können und sich miteinander ausgetauscht werden kann.

Zurück