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Jetzt oder nie: International- einfach machen!

Bewusstsein schaffen. Seit der Gründung der Europäischen Union am 01. November 1993 haben wir eine weltweit einzigartige Gemeinschaft zahlreicher und sogleich vielfältiger Nationen geschaffen. Die Europäische Union hat noch nie so viele Menschen vereint und für Frieden in Europa gesorgt. Täglich kämpft unser Verband aus voller Überzeugung für die europäischen Werte.

Wenn wir über Europa reden, betrifft das Alle. Der kulturelle Austausch und die internationale Vernetzung spielen eine immer wichtigere Rolle. Heutzutage kann eine Arbeitsstelle überall auf der Welt angenommen werden, dabei bietet der Hochschulabschluss viele Möglichkeiten. Studierende sollten daher für die Austauschmöglichkeiten sensibilisiert und auf die Chancen hingewiesen werden. Neben möglichen Berufskontakten, dem Erlernen von Sprachen, Kulturen und Freundschaften, stellen Auslandaufenthalte gute Möglichkeiten dar, den eigenen Horizont zu erweitern. Dies gilt aber genauso für Internationalstudierende, welche ein Auslandssemester, im Rahmen der Summer School, ihren Bachelor- oder Masterabschluss oder anderen Austauchmöglichkeiten im Rahmen ihres Studiums nutzen.

Bestehende Erasmus+ Plätze ausbauen

Zum einem gilt es bestehende Angebote auszubauen. Jedoch soll es nicht ausschließlich um die Schaffung neuer Erasmusplätze gehen. Wir möchten, dass die Interessen aller Studierenden vertreten und gleichermaßen behandelt werden. Daher ist es uns ein Anliegen, bereits bestehende Problemfelder zu analysieren und für Verbesserungen zu sorgen. Großbritannien muss auch nach dem Brexit in das Erasmus+-Programm einbezogen werden. Wir wollen jungen Menschen die europäische Perspekive erhaslten, auch und besonders in Großbritannien.

Mehr Transparenz schaffen durch ein zweisprachiges Kommunikationsangebot

Rund  10,2 Prozent der Studierenden sind Internationalstudierende.[1] Der Aufenthalt gestaltet sich für diese nicht immer einfach. Kleinigkeiten wie die Beschilderungen auf den Campi, welche überwiegend auf Deutsch sind, erschweren den Alltag der Studierenden. Ein Lösungsansatz ist daher Schilder in Englisch und Französisch zu platzieren, zusätzlich zu der deutschen Beschilderung. Gleiches gilt für die Mensen. „Vier von Fünf ausländisch Studierenden nutzen durchschnittlich 4,8-mal in der Woche die Angebote einer Mensa oder Cafeteria. Der Anteil ausländischer Studierender, die in Mensen zu Mittag essen, liegt um sieben Prozentpunkte höher als unter ihren bildungsinländischen KommilitonInnen.“[2] Damit wäre es ein leichtes, das Essenangebot auch in der englischen und französischen Sprache zu verfassen, um auch hier für mehr Transparenz und Studierendenfreundlichkeit zu sorgen. Weitere Probleme fallen bei dem Ausfüllen von Dokumenten, die rund mit dem Studium und Leben in Deutschland zu tun haben, wie beispielsweise Mietverträge, Modulbeschreibungen, Einwahlprozesse für Veranstaltungen etc. an, die auf den ersten Blick schwer verständlich sein können. Wir fordern daher, dass alle Dokumente wie Notennachweiße online und offline in der englischen und französischen Sprache zur Verfügung gestellt werden sowie neben den offiziellen Dokumenten Handreichungen bestehen können.

Eine weitere Forderung beinhaltet, interne Universitätsprogramme wie beispielsweise Ilias, StudIP, FlexNow oder vergleichbare, wenn nichts bereits vorhanden, in einer englischen und französischen Version bereit zu stellen.

Hochschulwahlen – Wahlkampf gestalten

Partizipation an den Hochschulwahlen soll für Alle möglich sein. Internationalstudierende sind oftmals wahlberechtigt, machen von ihrem Wahlrecht jedoch leider keinen Gebrauch. An dieser Stelle gilt es, diese hinreichend zu informieren. Zum Beispiel kann der Wahlausschuss neben der deutschen Version zur Informationsaufklärung, Flyer, Emails sowie Homepageauftritte in englischer und französischer Sprache veröffentlichen. Außerdem fordern wir, dass es in Betracht gezogen werden soll, Wahlprogramme zukünftig ebenfalls in englischer und französischer Auflage zu publizieren. Internationalstudierende sind eine wichtige Zielgruppe und langfristig sollte es unser aller Ziel sein wieder Wahlen zu gewinnen. Um eine Angleichung der Selbstverwaltungskulturen in Europa zu erreichen und allen Studierenden einen demokratischen Zugang zu ihren Hochschulen zu ermöglichen brauchte es eine europäische Richtlinie, die Standards der studentischen Selbstverwaltung festlegt, die jedoch in keinem Mitgliedsstaat eine Absenkung der Mitbestimmung zur Folge haben darf.

Repräsentation von ausländischen Studierenden.

Das Leben auf dem Campus wird von allen Studierenden gestaltet. Dies beinhaltet Engagement in studentischen Vereinigungen jeglicher Art, egal ob diese nun sportlich, kulturell, politisch etc geprägt sind. Wenig überraschender Weise liegt studentische Selbstverwaltung meist in der Hand von Studierenden, die die deutsche Sprache sehr gut sprechen. Dies hat zur Folge, dass Studierende, die auf Englisch in der Kommunikation angewiesen sind, kaum Möglichkeiten haben, bspw. aktiv an Studien – und Prüfungsordnungen mitzuarbeiten, Vorschläge zur Verbesserung der Mensaessen einzubringen oder wahrnehmbare Kritik an Hochschulgesetzen zu äußern. Es ist deshalb von Nöten, dass ausländische Studierende Gehör in den studentischen Selbstverwaltungen erhalten. Ein Vorschlag, um diese Forderung zu erfüllen wäre, dass alle ausländischen Studierenden eine festgelegte Anzahl an Personen aus ihren Reihen in die Gremien der studentischen Selbstverwaltung zu wählen. Praktisch würden diese gewählten Personen über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen müssen, um in den Gremien produktiv sein zu können. Alternativ unterstützen wir die Wahl einer Ausländischen Studierendenvertretung (ASV), die als autonomes Referat an die jeweiligen Asten/Studierendenvertretungen angeschlossen werden.

Bleibeperspektiven und Sicherheiten schaffen.

Internationale Studierende brauchen vor allem Sicherheit, wie sie ihr Leben nach dem Studium in Deutschland fortsetzen können. Verunsicherung bezüglich Erfüllung von Visakriterien stellt sich schon unmittelbar vor dem Abschluss ein, welches Visum zu beantragen ist, ob bei freiberuflicher Tätigkeit der Mindestverdienst für ein Arbeitsvisum eingehalten wird, und vieles mehr. Wir wollen, dass Studierende unabhängig von ihren Abschlüssen oder dem Studium nachfolgenden Beschäftigungen ein Visum mit dauerhaften Aufenthalt nach dem Studienabschluss zur Verfügung gestellt bekommen, um zumindest dieses bürokratische Hindernis aus dem Weg zu räumen, und es den Studierenden möglich zu machen, in Deutschland ein soziales Netz ohne Trennungsangst durch Visumsablehnung aufzubauen. Ohne Bleibeperspektiven bleibt gewollte Repräsentation von internationalen Studierenden eine Farce, da ihr Engagement und Leben in Deutschland mit Wertschätzung aufgewogen werden muss, welche einen garantierten unbefristeten Aufenthalt mindestens beinhaltet.“

Sprachabende zur Vernetzung nutzen

Sprachen verbinden und bereichern unser Leben.  Jede neue Sprache eröffnet uns den Zugang zu neuen Welten. Sprachabende können für den Austausch zwischen den Studierenden verwendet werden. Diese finden hierbei in einer lockeren Runde statt, das heißt dass zum Beispiel Spieleabende veranstaltet werden können. Hierbei können an verschiedenen Tischen verschiedene Sprachen gesprochen werden, im Optimalfall mit einem oder einer MuttersprachlerIn pro Tisch. Neben neuen Kontakten, können Sprachkenntnisse, die aus Auslandaufenthalten entstanden sein können aufrechterhalten werden und Erasmusstudierende können sich gut einbringen. Wir fordern, dass an den Universitäten, z.B durch Fachschaften, Platz für Sprachabende oder vergleichbare Treffen geschaffen werden und somit die Internationalisierung gefördert wird.

Initiative: International Offices

Des Weiteren ist ein zentraler Bestandteil, der Ausbau beziehungsweise die Schaffung von International Offices. International Offices sind Beratungsangebote der Fachbereiche und stehen den Studierenden für Fragen zur Seite. Einige Fachbereiche bieten längst ein breites Beratungsangebot an, welches sehr gut frequentiert wird. Hierbei muss das Rad nicht neu erfunden werden, sondern es können Erfahrungswerte von bereits erfolgreichen Beratungsstellen genutzt werden. Im besten Fall kann deutschlandweit ein Netzwerk geschaffen werden, sodass die International Offices gemeinsame Veranstaltungen planen könnten und Wissen von vielen Orten aus generiert und verwendet werden kann.

Da es leider noch keine Selbstverständlichkeit ist, gibt es Bedarf diese Initiative auszubauen. Unser Ziel muss es sein, flächendeckende Beratungsangebote für Alle zu schaffen und nicht nur an privilegierten Fachbereichen. Zugleich können die Schlüsselpartner vor Ort miteingebunden werden und Kooperationen wie zum Beispiel mit den Studentenwerken, ASTA’en, Gewerkschaften und weiteren Partnern gebündelt genutzt werden. Letztendlich gilt es, bestehende Ressourcen einzusetzen.

Wir verstehen uns als ein Verband, welcher sich für die Interessen aller Studierenden einsetzen möchte. Wir dürfen niemanden alleine lassen: Nur gemeinsam sind wir stark und es gilt ‚Brücken aufzubauen‘ und einander den Rücken zu stärken.

Mitmachen- anpacken- verändern: Internationalstudierende miteinbinden

Daher plädieren wir dafür, langfristig Internationalstudierende stärker miteinzubinden. Oftmals werden ihre Interessen nicht wahrgenommen und umgekehrt stehen die Internationalstudierenden vor der Frage, an wenn sie sich wenden könnten. Wir sind AnsprechpartnerInnen, wir sind gefragt und können etwas bewirken. Anregungen gibt es genügend wie uns in zahlreichen Gesprächen mit Internationalstudierenden aufgefallen ist. Wir sind auf breite Zustimmung gestoßen, das Interesse ist vorhanden und es wird dankend angenommen werden. Großbritannien soll weiter in das Programm einbezogen werden. Hierzu soll im nächsten mehrjährigen Finanzplan der EU eine Verdreifachung der Mittel für das Erasmus+-Programm vorgesehen werden und im aktuellen mehrjährigen Finanzplan Möglichkeiten gefunden werden, um die Mittel früher zu erhöhen. Dies gehört zu der gelebten europäischen Idee dazu und wir können mit großen Schritten voranschreiten.

Deshalb fordern wir:

  • Bestehende Erasmus+ Plätze sollen ausgebaut werden
  • Mehr Transparenz schaffen durch ein zweisprachiges Kommunikationssystem. Beschilderungen auf den Campi, das Essensangebot, Modulbeschreibungen oder Mietverträge sollen neben der deutschen Variante in der englischen und französischen Sprache vorhanden sein.
  • Wichtige Dokumente wie Notennachweiße sollen zudem online und offline, zudem in englischer und französischer Sprache, verfügbar sein.
  • Programme, welche zur Nutzung des Studiums zwingend notwendig sind wie beispielsweise Ilias, StudIP, Flex Now oder vergleichbare, sollen in einer englischen und französischen Version verfügbar sein.
  • Hochschulwahlen – Wahlkampf gestalten: Wahlunterlagen und nach Möglichkeit Wahlprogramme in Englisch und Französisch publizieren
  • Eine europäische Richtlinie zur studentischen Selbstverwaltung, die in keinem Mitgliedsstaat Standards absenken darf.
  • Raum für Sprachabende schaffen. Hierbei können an verschiedenen Tischen verschiedene Sprachen gesprochen werden, im Optimalfall mit einem oder einer MuttersprachlerIn pro Tisch.
  • Initiative International Offices: Ausbau beziehungsweise die Schaffung flächendeckender International Offices. Die Vernetzung mit anderen International Offices und Kooperationspartnern vor Ort soll ausgebaut werden.

 

 

 

 



[1] Ausländische Studierende  in  Deutschland 2016; Ergebnisse der Befragung bildungsausländischer Studierender im Rahmen der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wirtschaftspolitik

[2] Ebd.

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