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Aufstieg durch Bildung?

Die Nachricht ist erfreulich: Die Zahl der Bildungsaufsteiger*innen steigt weiter an. Wenig überrascht das Ergebnis, dass die Schulwahl im Kindesalter in den meisten Fällen ausschlaggebend für den weiteren Bildungsweg ist. Dabei hat sich der Ausbau des Angebots an frühkindlicher Bildung und Ganztagsschulen positiv auf die Entwicklung ausgewirkt: Es wird prognostiziert, dass die Kinder aus frühkindlicher und Ganztagsbetreuung überdurchschnittlich am Bildungsaufstieg beteiligt sein werden. In der Altersgruppe der 35-44-Jährigen hat heute rund ein Drittel einen höheren Bildungsabschluss als ihre Väter und über 40 % haben einen höheren Bildungsabschluss als ihre Mütter. Die Zahl der Bildungsabsteiger*innen liegt dagegen nur bei einem Fünftel bezogen auf die Väter und unter zehn Prozent bezogen auf die Mütter. In den letzten zehn Jahren hat sich zudem der Anteil der Jugendlichen, die eine Hochschulreife anstreben, von 37,6 Prozent im Jahr 2000 auf 41,6 Prozent im Jahr 2009 erhöht. Nachdenklich stimmt dabei, dass unter den Bildungsaufsteiger*innen der Anteil von Frauen geringer ist als unter den Bildungsabsteiger*innen; Männer profitieren häufiger vom Trend des höheren Bildungsniveaus. Zudem zeigen die Vergleichszahlen auch, dass in den vorhergehenden Generationen, an denen der Bildungsauf- oder abstieg bemessen wird, Frauen durchschnittlich geringere Bildungsabschlüsse aufweisen. Unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit sind Frauen zwar auf einem guten Weg zu einem gleichen Bildungsniveau wie Männer, müssen aber weiterhin aktiv unterstütz werden, damit ihr Bildungsweg nicht vom Parameter „Geschlecht“ negativ beeinflusst wird. Die Opens external link in new windowStudie ist in der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift „IW Trends“ erschienen.

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