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Leistungs„gerechtigkeit“ bei der Studienplatzvergabe beenden

Das derzeitige Studienplatzvergabesystem führt mit seinen völlig überzogenen Anforderungen an Abiturnote und Wartezeit infolge einer allgemeinen Studienplatzknappheit dazu, dass der überwiegende Großteil der StudienbewerberInnen keinerlei Chance mehr hat, sein Recht auf freie Berufs- und Studienwahl noch wahrnehmen zu können. Aufgrund der derzeit politisch gewollten Knappheit an Masterstudienplätzen wird es beim Übergang vom Bachelor zukünftig zu einer analogen Fortführung dieser Situation kommen. Dass StudienbewerberInnen mit besseren Abitur- bzw. Bachelornoten bei der Studienplatzvergabe anderen BewerberInnen vorgezogen werden, ist nicht zu rechtfertigen. Das Rechtfertigungsproblem liegt nicht so sehr im schwachen Prognosewert der Abiturnote für Studienerfolg und Berufserfolg oder der mangelnden Vergleichbarkeit aufgrund der Subjektivität der Notengebung und der Gleichbehandlung ganz verschiedener Hochschulzugangsberechtigungen bzw. verschiedener Studiengänge. Es liegt darin, dass das Versprechen, das sich im derzeitigen leistungsgerechten Vergabesystem widerspiegelt und das im Übrigen auch der Legitimation einer dauerhaften Studienplatzknappheit und damit Verteilungsungleichheit dient, jeder hätte eine Chance auf den Studienplatz seiner Wahl, wenn er sich nur genügend anstrenge, ein leeres ist. Die Juso-Hochschulgruppen fordern daher, die Vergabe von Studienplätzen durch Wartezeit und Losverfahren zu organisieren. Soziale Kriterien wie beispielsweise Behinderungen, chronische Krankheiten oder Familie, müssen bei der Studienortswahl berücksichtigt werden und dazu führen, dass Studierende einen wohnortnahen Studienplatz erhalten. Jede/r BewerberIn hat ein gleichwertiges Recht auf eine freie Berufs- und Studienwahl. In Prozessen, die dieses Rechtsgut zuteilen, muss absolute Chancengleichheit herrschen. Die Juso-Hochschulgruppen fordern daher, die Vergabe von Studienplätzen durch Wartezeit und Losverfahren zu organisieren. Soziale Kriterien wie beispielsweise ehrenamtliches Engagement, Behinderungen, chronische Krankheiten oder Familie, müssen bei der Studienortswahl berücksichtigt werden und dazu führen, dass Studierende einen wohnortnahen Studienplatz erhalten. Übergeordnetes Ziel für die Juso-Hochschulgruppen bleibt, dass alle BewerberInnen sofort einen Studienplatz in ihren Wunschfach erhalten.

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