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JedeR Dritte hört auf! - Abbruchquoten im Bachelor sinken an den FHs und steigen an den Universitäten

Die langfristig positive Kurve, die Schavan in ihrer Pressemitteilung aufgreift, betrifft die Bachelorabschlüsse an den Fachhochschulen. Die Abbruchquote ist von 2007 zu 2011 von 39% auf 19% gesunken. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung. Diese zeichnet sich aber nicht an den Universität ab, ganz im Gegenteil. 35% der StudienanfängerInnen beenden dort ihr Bachelorstudium nicht. Damit beenden auch weniger Universitäts-Bachelor ihr Studium als Studierende, die auf Diplom an Universitäten studieren (AbbrecherInnen-Quote hier: 24%). Gravierend sind die Abbrüche vor allem bei MaschinenbauerInnen und MathematikerInnen, hier brechen jeweils 53% ihr BA-Studium an Universitäten ab. Mit dieser Zahl dürfen sich Hochschulen und Politik nicht zufrieden geben. Weniger AbbrecherInnen im Diplom Vergleicht man die auslaufenden Diplomstudiengänge an den Universitäten mit den Bachelorstudiengängen, muss man den Universitäten attestieren, dass sie den Übergang zu den neuen Abschlüssen noch nicht erfolgreich hinbekommen haben. Denn die von ihnen angebotenen Bachelor-Studiengänge sind kaum studierbar, viele Studierende brechen ohne Abschluss ab. Anders als an Fachhochschulen: Hier ist die Abbruchquote im Bachelor deutlich geringer als im Diplom. Die Universitäten müssen hier noch ihre Hausaufgaben machen. Die HIS untersuchte auch die Abbrüche in Studiengängen mit Staatsexamen. Die Quote blieb mit 11% niedrig und stabil. Doch auffällig ist, dass bei den JuristInnen die Abbruchquote von 2007 bis 2011 von 9 auf 26% gestiegen ist. Zu viele Abbrüche bei internationalen Studierenden Die Studie befasste sich auch mit den Abbruchquoten von internationalen Studierenden. Die Zahl der Abbrüche im Bachelor ist mit 43% erschreckend hoch. Doch im Diplomsystem haben, so die Studie, haben sogar 63% der internationalen Studierenden ihr Studium abgebrochen. Die Tendenz ist also erfreulich, doch die Zahl der AbbrecherInnen ist und bleibt zu hoch. Der genaue Blick auf die HIS-Studie zeigt, dass Frau Schavan und ihre KollegInnen in den Ländern nicht so stolz auf sich seien können, wie sie es gerne in die Öffentlichkeit tragen. Eine ehrliche Analyse zeigt auf: Vor allem an den Universitäten muss die Studierbarkeit der Bachelor-Studiengänge verbessert gewährleistet werden. Dafür brauch es einen größeren Fokus auf gute Lehre. Auch die Abbruchzahlen der internationalen Studierenden sind inakzeptabel, hier müssen Ursachen analysiert werden, um Handlungsfelder zu identifizieren und Verbesserungen umzusetzen. Mehr Menschen ein erfolgreiches Studium ermöglichen Das jedeR vierte Studierende sein Studium frühzeitig ohne Abschluss beendet ist inakzeptabel. In einigen Studiengängen betrifft das jede/n Zweite/n. Das zeigt deutlich, dass wir dringend eine qualitative Studienreform benötigen, mit dem Ziel, mehr Menschen ein erfolgreiches Studium zu ermöglichen. Dafür haben wir Juso-Hochschulgruppen vielfältige Vorschläge erarbeitet. Die Hochschulen müssen die Studiengänge an das neue mehrstufige System anpassen und entsprechend "ausmisten". Die Prüfungsdichte sowie die Pflichtzahl an Veranstaltungen müssen deutlich verschlankt werden. Die Dozierenden müssen vermehrt Weiterbildungen in Hochschuldidaktik erhalten um ihre Vorlesungen und Seminare besser vorzubereiten und durchführen zu können. Auch benötigen die Hochschulen mehr Geld, um wieder adäquate Betreuungsrelationen garantieren zu können. Es ist noch viel zu tun, damit nicht weiter jede/r dritte Bachelorstudierende an Hochschulen ihr/sein Studium abbricht. Das wollen wir nicht weiter akzeptieren! Zur HIS-Studie: www.his.de/pdf/pub_fh/fh-201203.pdf

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