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Gendergerechte Arbeit auf allen Ebenen umsetzen!

Wir Juso-Hochschulgruppen verstehen uns als feministischen Richtungsverband und fordern die Gleichstellung aller Geschlechter in der Gesellschaft. Doch immer wieder stellen wir fest, dass insbesondere Frauen bei Veranstaltungen des Bundesverbandes unterrepräsentiert sind. Auch in der Arbeit der Hochschulgruppen vor Ort ist das oft deutlich zu beobachten. Doch gerade auf dieser Ebene ist es wichtig, Frauen für unsere Arbeit zu begeistern. Denn vor Ort findet der erste Kontakt mit den Juso-Hochschulgruppen statt und vor Ort werden Mitglieder in die aktive Arbeit eingebunden. Wir wollen uns nicht damit abfinden, sondern dafür sorgen, dass sich alle Geschlechter in gleichem Maße engagieren. Daher wollen wir als Juso-Hochschulgruppen unsere Arbeitsweise kritisch reflektieren und gendergerecht ausrichten. Wir beschränken uns dabei nicht auf eine Einordnung in die zwei Geschlechter Mann und Frau, sondern wollen auch alle Menschen, die sich keinem der beiden Geschlechter zuordnen, in unsere Arbeit mit einbeziehen. Dazu wollen wir Instrumente und Methoden in unsere Arbeit integrieren, die zur Stärkung der Partizipation aller Geschlechter beitragen. In unserer politischen Arbeit verstehen wir Gleichstellung als Querschnittsthema, das wir zu jedem Zeitpunkt mitdenken und berücksichtigen. Gendergerechte Arbeit im Bundesverband Wir haben in der Verbandsarbeit deshalb Quoten etabliert: Auf Landes- und Bundeskoordinierungstreffen gilt die 50%-Quotierung von Delegationen und mindestens 40% der Landeskoordinations- und Bundesvorstandsmitglieder müssen Frauen bzw. Männer sein. Nur so kann eine angemessene Repräsentation von Frauen bei Veranstaltungen und in gewählten Gremien gewährleistet werden. Bei Veranstaltungen des Bundesverbandes verwenden wir außerdem ausschließlich quotierte Redelisten, um stereotypes Redeverhalten auszugleichen. In den letzten Jahren wurden regelmäßige Geschlechter-Plena auf Veranstaltungen wie dem Bundeskoordinierungstreffen und der Sommerschule organisiert. Es hat sich gezeigt, dass solche Plena eine gute Plattform bieten, um genderpolitische Themen zu besprechen, Probleme zu diskutieren und unsere Arbeit zu reflektieren. Deshalb wollen wir auch weiterhin Geschlechter-Plena als in der Veranstaltungsplanung berücksichtigen. Darüber hinaus wollen wir Frauen die Möglichkeit geben, sich innerverbandlich zu vernetzen und auszutauschen. Der Frauen-Verteiler des Bundesverbandes soll weiter bestehen und aktiv gestärkt werden. Gendergerechte Arbeit in den einzelnen Hochschulgruppen Mit der Arbeit an einem Reader zu gendergerechter Arbeit vor Ort haben wir Juso-Hochschulgruppen Gleichstellungsinstrumente und -methoden gesammelt, die teilweise vor Ort bereits Anwendung finden. Gerade Instrumente wie die Quote und quotierte Redelisten sollen selbstverständlich in der alltäglichen Arbeit Berücksichtigung finden und nicht über Bord geworfen werden. Sitzungsabläufe werden wir auf ihre Gendergerechtigkeit hin überprüfen und gegebenenfalls Änderungen vornehmen. Dazu gehört auch die Auswahl des Sitzungsortes und der Sitzungszeit. Für einige Studierende sind Orte wie Kneipen vielleicht abschreckend, für andere Sitzungen bis spät in die Nacht nicht machbar. Je nach den lokalen Möglichkeiten sollten möglichst neutrale Sitzungsorte gewählt werden und Sitzungszeiten gefunden werden, die es den meisten Studierenden auch erlauben, vollständig an den Treffen teilzunehmen. Bei Veranstaltungen prüfen wir Themen und gegebenenfalls die Auswahl der ReferentInnen auch in genderpolitischer Perspektive. Bei ReferentInnen wollen wir auf eine Geschlechterquotierung achten und die Themenauswahl entlang von Interessen und Vorstellungen aller Geschlechter treffen. Veranstaltungen, die sich gezielt nur an Frauen richten, können den Einstieg in die Hochschulgruppenarbeit erleichtern und die Hürden, sich an politischer Arbeit zu beteiligen, senken. Die Hochschulgruppen können beispielsweise durch regelmäßige Frauen-Treffen oder einmalige Aktionen direkt auf Studentinnen zugehen und sie für ihre Arbeit gewinnen. Um Frauen auch aktiv an den Verband zu binden, sollen Mentoring-Programme helfen, sich in Strukturen und Abläufe einzufinden und so den Einstieg in die politische Arbeit erleichtern. Nur wenn wir auf allen Ebenen aktiv daran arbeiten, alle Geschlechter gleichermaßen in unsere Arbeit einzubinden, können wir die Gleichstellung in unserem Verband erreichen. Deshalb wollen wir uns vor allem in den einzelnen Hochschulgruppen ernsthaft und kritisch damit auseinandersetzen, wie wir unsere Arbeit gendergerecht gestalten können.

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