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Das Deutsche Bildungssystem ist sozial selektiv!

Im internationalen Vergleich[1] wird die soziale Selektivität des deutschen Bildungssystems deutlich: Nur in Dänemark haben noch mehr Studierende einen akademischen Hintergrund, Deutschland folgt mit knapp 70% direkt dahinter. Studierende in Deutschland haben weniger Kinder als der europäische Durchschnitt. Als Begründung wird von den ErstellerInnen des Reports zum einen eine weniger kinderfreundliche Infrastruktur genannt, außerdem das Alter der Studierenden: Laut Umfrage sind es vor allem Studierende über 30, die Kinder bekommen. Da es in Deutschland im Vergleich zu den anderen Europäischen Ländern weniger Studierende über 30 gibt, sei hier auch die Anzahl an studierenden Eltern geringer. Weiterhin macht der Report deutlich, dass staatliche Studienfinanzierung in Deutschland anteilig am gesamten Einkommen eine relativ kleine Rolle spielt. Während zum Beispiel in den Niederlanden 44% und in Schweden sogar 63% des Einkommens Studierender aus staatlichen Quellen kommt, machen staatliche Finanzierungsinstrumente in Deutschland nur 14% des studentischen Einkommens aus. Die Daten des Reports zeigen, dass Deutschland in Sachen studentischer Sozialpolitik noch einiges nachzuholen hat. In einem ersten Schritt muss das BAföG an die aktuellen finanziellen Bedürfnisse angepasst und der Kreis der Berechtigten erweitert werden. Das würde für mehr junge Menschen aus finanziell schwächeren Elternhäusern ein Studium möglich machen. Weiterhin müssen Beratungsangebote massiv ausgebaut werden, um Studierenden bei der Überwindung sozialer und finanzieller Hürden zu unterstützen.
[1] Österreich, Bulgarien, Schweiz, Tschechien, Deutschland, England/Wales, Estland, Spanien, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Litauen, Lettland, Niederlande, Norwegen, Portugal, Rumänien, Schottland, Schweden, Slowenien, Slowakei und Türkei

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