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Mangelnder Wohnraum!

Doppelte Abi-Jahrgänge und das Ende des Wehrdienstes werden dieses Jahr für einen Rekordansturm an die Hochschulen sorgen. Diese sind, trotz jahrelanger Kenntnis dieses Ansturmes, nicht ausreichend gewappnet. Die Folge: Überfüllte Vorlesungen und Seminare sowie horrende NCs. Wer es an die Hochschule geschafft hat, steht nun vor der nächsten Herausforderung: einen geeigneten Wohnraum finden. 281 € Miete monatlich zahlt jede/r Studierende im Durchschnitt Von den 2,2 Mio. Studierenden wohnt deutschlandweit nur ein Viertel bei den  Eltern. Die restlichen 1,65 Mio. Studierenden benötigen Wohnraum, der in vielen Studierendenstädten knapp und somit auch teuer geworden ist. Nach der 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes wohnen[1] 63% der Studierenden alleine, in Wohngemeinschaften oder mit ihrem Partner in einer Wohnung. Die Miete macht nach der Sozialerhebung die höchsten Kosten in einem Studierendenhaushalt aus. Im Durchschnitt zahlen Studierende 281€ für ihre Unterkunft, in Städten wie München (348€), Hamburg (345€) oder Köln(333€) sind die Kosten noch wesentlich höher. Wohnheimplätze werden knapper und teurer Um auch Menschen aus finanziell schwachen Familien das Studieren zu ermöglichen, gibt es bundesweit zurzeit 180.000 Wohnheimplätze, die durch die studentischen Sozialbeiträge subventioniert werden. Die Nachfrage an den Plätzen ist ungebrochen. Das DSW selber fordert einen Ausbau von 25.000 Plätzen[2]. Hier sind die Bundesländer gefragt. Doch diese ziehen sich aus der Finanzierung der Studierendenwerke immer weiter zurück. Mittlerweile entsteht bei den Studierendenwerken auch ein Umdenken. Die Wohnheimplätze werden nicht mehr als eine solidarische Leistung unter Studierenden gesehen, sondern als Dienstleistung der Studierendenwerke. So wird etwa in Münster günstiger Wohnraum abgerissen und teure Wohnheimanlagen an exquisiten Plätzen errichtet. Der Geschäftsführer des Studentenwerks Peter Haßmann sagt gegenüber der Lokalzeit Münsterland des WDR[3]: „ Dass in den nächsten 4 bis 5 Jahren Mieten bis 400€ in Münster durchaus zu finanzieren sind“. Somit bietet das Studentenwerk keinen günstigen Wohnraum mehr für Studierende. Juso-Hochschulgruppen: Ausbau von Wohnheimplätzen Die Juso-Hochschulgruppen sehen diese Entwicklung kritisch und fordern neben moderaten Erneuerungen von Wohnheimen vor allem deutlich mehr Neubauten von Wohneinheiten. Um dem Ansturm an Studierenden im kommenden Wintersemester gerecht zu werden, sind mindestens 62.150 zusätzliche Wohnheimplätze notwendig. So kann die Relation von Wohnheimplätzen und Studierenden aufrecht erhalten werden. Langfristig müssen aber zusätzliche Plätze eingerichtet werden, um weiteren günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Die steigenden Mieten in den Hochschulstädten stellen eine weitere soziale Selektion von Studierenden dar. Viele Menschen können Mieten von 400€ und mehr nicht finanzieren. Wir fordern daher, dass Bund und Länder den Bau neuer Wohnheimplätze mit mindestens 1 Mrd. Euro für die Studierendenwerke unterstützt, damit verantwortungsvoll die Wohnheimkapazitäten ausgebaut werden können. Dies muss möglichst schnell geschehen, denn schon im Oktober werden eine halbe Millionen StudienanfängerInnen erwartet.
[1]     http://www.studentenwerke.de/pdf/Kurzfassung19SE.pdf [2]     http://www.studentenwerke.de/presse/2011/110511a.pdf [3]     http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2011/07/16/lokalzeit-muensterland-studentenwerk.xml

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