Inhalt


©

Lobby für Studiengebühren schlägt zurück

In der Studiengebührendebatte hat sich in der letzten Zeit viel bewegt. Nachdem die Einführung von Studiengebühren beschlossen wurde, schien es, als hätten sich die PolitikerInnen und Hochschulleitungen weitestgehend einhellig für mehr soziale Ungleichheit im Bildungssytem entschieden. Doch schnell wurde deutlich, was viele Studierende zuvor prophezeiten: Studiengebühren haben eine abschreckende Wirkung auf studierwillige Menschen und wirken sozial selektiv. In Hessen wurden die Studiengebühren bereits wieder abgeschafft und auch in NRW steht ein entsprechendes Gesetz an, um der massiven Chancenungleichheit im deutschen Bildungssystem entgegenzuarbeiten. Nun treten die Befürworter der Privatisierung von Bildung zum Gefecht an und bedienen sich in ihrer Studie verschiedener zweifelhafter Methoden, um ihre persönlichen politischen Interessen durchzusetzten und die Abschaffung von Studiengebühren zu verhindern. Dies zeigt sich schon in dem vom Stifterverband ausgewählten Vergleichszeitraum sowie einer selektiven Auswahl von Finanzierungsquellen der Hochschulen.  Das bei dieser Studie etwas nicht stimmen kann, wird deutlich, wenn man sich die HIS-Studienberechtigtenstudie von 2008 anschaut, nach der sich 22 Prozent der formal Studienberechtigten gegen ein Studium entscheiden, von denen 76 Prozent dafür finanzielle Gründe angeben.   Es ist und bleibt ein Fakt, dass Studiengebühren Menschen von einem Studium ausschließen – daran können zurechtgelegte Zahlen auch nichts ändern. Es gilt, diese Klientelinteressen aufzuzeigen und die Abschaffung der Studiengebühren weiter zu forcieren und schnellstmöglich umzusetzen.

Diesen Artikel teilen: