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Generation Praktikum: Schlimmer als gedacht!

Anlässlich der heutigen Anhörung des Bundestags zur Generation Praktikum nehmen der Juso-Bundesvorsitzende Björn Böhning und die stv. Juso-Bundesvorsitzende Cordula Drautz Stellung: „In den letzten Jahren haben befristete und prekäre Beschäftigungsverhältnisse exorbitant zugenommen. Das wollen wir nicht. Gute Arbeit muss gut bezahlt werden. Wer während seiner Ausbildung Praktika macht, darf nicht ausgebeutet werden. Die Zahlen belegen, dass es in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg von postgraduellen Praktika gab: Gegenüber dem Absolventenjahrgang 2000  stieg der Anteil der Absolventen, die nach dem Studium noch ein Praktikum absolvieren, in den folgenden zwei Jahren um 16 Prozentpunkte von 25 Prozent auf 41 Prozent. Fast 40 Prozent eines Absolventenjahrgangs machen noch ein Praktikum nach dem Studium. 87% dieser Absolventen haben bereits schon im Studium Praktika gemacht. Bei Praktika nach dem Studium handelt es sich oftmals um „verdeckte reguläre Beschäftigung“. Denn die Mehrheit der Praktika ist weniger ein Ausbildungs- als ein Arbeitsverhältnis! Wir fordern: Ein Praktikumsverhältnis muss gesetzlich klar definiert werden. Ein Praktikum ist nicht Arbeitszeit, sondern Lernzeit! Klare gesetzliche Grenzen müssen die Ausbeutung von PraktikantInnen verhindern. Wir wollen keinen Missbrauch von qualifizierten Menschen als billige Arbeitskräfte. Wir wollen dass jungen Menschen eine echte Chance auf gute Arbeitsplätze geboten wird und keine endlosen Warteschleifen. Deshalb schlagen wir eine Änderung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) bezüglich der Praktika nach dem Studium vor.“

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