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Zehntausende US-Heimkehrer psychisch erkrankt

San Francisco/New York - Die Zahlen sind alarmierend: Bei annähernd einem Drittel der US-Soldaten, die nach ihrer Rückkehr aus dem Irak oder Afghanistan zwischen 2001 und 2005 die Hilfe des amerikanischen Ministeriums für Kriegsveteranen in Anspruch nahmen, wurden psychologische oder psycho-soziale Krankheiten diagnostiziert. Dies geht nach einem Bericht des Nachrichtensenders CNN aus einer gestern veröffentlichten Studie der University of California in San Francisco und des San Francisco Veterans Affairs Medical Center hervor. Tägliches Grauen: Ein US-Soldat nach einer Bombenexplosion auf einem Markt in Bagdad Großbildansicht REUTERS Tägliches Grauen: Ein US-Soldat nach einer Bombenexplosion auf einem Markt in Bagdad Die Forscher hatten die Daten von mehr als 100.000 Kriegsheimkehrern ausgewertet. 32.010 von ihnen (31 Prozent) litten demnach unter Geisteskrankheiten oder psycho-sozialen Problemen, beim größten Teil war die psychische Gesundheit nachhaltig gestört. Mehr als die Hälfte der Erkrankten litt sogar unter zwei oder mehr Störungen. Am weitesten verbreitet seien posttraumatische Stresssyndrome, heißt es in dem Bericht. Diese wurden bei mehr als der Hälfte der beim Ministerium vorstellig gewordenen Veteranen festgestellt. Die Belastungsreaktion kann nach der Erfahrung eines traumatischen Ereignisses auftreten und etwa zu Panikattacken, Angstzuständen, Depressionen, Beeinträchtigungen des Erinnerungs- und Wahrnehmungsvermögens oder Drogenmissbrauch führen. Ingesamt litten 13 Prozent der Irak- und Afghanistan-Veteranen unter posttraumatischem Stress. Nach dem Vietnam-Krieg war dieser Anteil sogar noch etwas höher. Als besondere Risikogruppe haben die Wissenschaftler die jüngsten Soldaten ausgemacht. Sie plädieren für eine bessere Prävention, gerade bei den unerfahrenen Streitkräften zwischen 18 und 24 Jahren, weisen allerdings auch daraufhin, dass die Jugend der Soldaten nicht unbedingt ein Indikator für besondere psychische Labilität sein muss. Jüngere Soldaten von niedrigem Dienstrang seien nun einmal zwangsläufig häufiger direkt in Kämpfe verwickelt und somit besonders oft Stresssituation ausgesetzt.

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