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Die HWP erhalten - Solidarität mit den Studierenden!

Nach dem Zweiten Weltkrieg regen die Gewerkschaften und Genossenschaften bei der damaligen Hamburger Stadtregierung die Gründung einer Akademie an, die akademische Fachkräfte für die Gemeinwirtschaft ausbilden soll. Seit dieser Zeit besteht in Hamburg die "Hochschule für Wirtschaft und Politik". Von Beginn an konnten auch Personen ohne Abitur zum Studium zugelassen werden. Grund dafür ist die Annahme, dass auch Berufsausbildung und Berufserfahrung zum Studium befähigen können. Mit der "Akademie für Gemeinwirtschaft" ist der Grundstein für die spätere HWP gelegt. Die Wurzeln der HWP in der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung sind noch sichtbar:
  • An der HWP studieren jüngere und ältere Menschen mit oder ohne Abitur, dann aber mit beruflicher Qualifikation und Erfahrung. Wir wissen um die Bedeutung dieses wissenschafts- und bildungspolitischen einmaligen Ansatzes.
  • Die Möglichkeit eines Teilzeit-Studiums führt dazu, dass berufstätige Menschen sich qualifizieren und umorientieren können.
  • Die Forschung ist von dem Grundsatz begleitet, wie die Lebens- und Arbeitsbedingungen verbessert werden können.
  • Erhalten werden muss die HWP wegen ihres interdisziplinären Ansatzes, wegen des kritischen Umganges mit Wissenschaft, der die Studierenden befähigt, unsere Welt nicht nur zu interpretieren, sondern auch verändernd einzugreifen und so eine Grundlage für "eine andere Welt" zu legen.
  • Die HWP muss erhalten werden, weil hier aufgrund ihrer sozialen Wurzeln mehr Frauen studieren, mehr ältere Personen und Personen mit Migrationshintergrund studieren als an anderen Universitäten. Die HWP leistet damit unverzichtbare Beiträge zur zivilisierten Zukunft unseres Landes.
Die Absicht des Hamburger Senates, die HWP zu schließen bzw. in die Hamburger Universität einzugliedern und ihr die Selbstständigkeit zu nehmen, müssen wir als Angriff auf die genannten sozialen Wurzeln und also auch als Angriff auf uns empfinden. Die Juso-Hochschulgruppen protestieren gegen Zerschlagung der HWP - Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik durch den Rechtssenat in Hamburg. Die Juso-Hochschulgruppen streiten für die bildungs- und sozialpolitische Konzeption der HWP:
  • für einen offenen Hochschulzugang
  • für eine kritische Wissenschaft in Forschung und Lehre
  • für die interdisziplinären Studiengänge;
  • für den Hochschulzugang für Menschen mit und ohne Abitur;
  • für die sozialpolitischen Rechte der Studierenden an der HWP ein.
Unser Protest richtet sich gegen den massiven Abbau von Studienplätzen, gegen Studiengebühren und Zwangsexmatrikulationen sowie die Aushebelung von Mitbestimmungsrechten an den Hamburger Hochschulen. Wir solidarisieren uns mit den Protesten gegen die repressive Politik des Rechtssenats in Hamburg und dem Widerstand gegen den bundesweiten Bildungs- und Sozialabbau.

Die Juso-Hochschulgruppen fordern

  • die Hochschulautonomie für die HWP, die einen offenen Hochschulzugang für Menschen mit und ohne Abitur und interdisziplinäre Studiengänge ohne restriktive Zugangsbeschränkungen sichert!
  • die Demokratisierung der Mitbestimmungsgremien an den Hochschulen, damit die verfassungsrechtlichen Mitbestimmungsrechte der Gruppenhochschule ausgebaut werden!
  • eine staatliche Grundsicherung - statt der Einführung von Studiengebühren, die aus finanziellen Gründen zum Studienabbruch führen!
  • die bedarfsdeckende Finanzierung von Bildung und deren Institutionen durch die Einführung der Vermögens- und Erhöhung der Erbschaftssteuer !
  • den Ausbau der Studienplatzkapazitäten - für mehr Studienplätze und ein besseres Betreuungsverhältnis von ProfessorInnen zu Studierenden!
  • das politische Mandat für die Verfassten Studierendenschaften, das Recht auf Meinungsfreiheit darf nicht eingeschränkt werden!
Die Absicht des Hamburger Senates, die HWP zu schließen bzw. in die Hamburger Universität einzugliedern und ihr die Selbstständigkeit zu nehmen, müssen wir als Angriff auf die genannten sozialen Wurzeln und also auch als Angriff auf uns empfinden. In diesem Sinne und aus diesen Gründen erklären die Juso-Hochschulgruppen ihre ausdrückliche Solidarität mit der HWP. Wir ermutigen das Wirken oppositioneller Kräfte in Hamburg für ein schnellstmögliche Beendigung des zweiten Rechtssenats. Partei und Bürgerschaftsfraktion werden aufgefordert, diese Bestrebungen zu unterstützen, auf einen Regierungswechsel hinzuwirken und - falls notwendig - die HWP in ihrer alten Form wieder herzustellen.

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