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Demokratische Bildung für alle

Studiengebühren dienen dem Profit - nicht den Menschen!

Studiengebühren/Langzeitstudiengebühren, Einschreibe-, Zweitstudiums-, Seniorenstudiums- und Rückmeldegebühren, Studienkonten, -darlehen, -gutscheine, etc.: die Liste der verschiedenen Arten von Gebühren, die Studierende in Deutschland zahlen sollen oder schon zahlen müssen, ist lang. Den politischen Befürwortern und Lobbyisten von Studiengebühren geht es dabei aber nicht etwa - wie oft behauptet - um die finanzielle Stärkung der Hochschulen oder um einen Anreiz zur Verkürzung des Studiums. Mit der Einführung von Studiengebühren soll vielmehr eine komplette Verkehrung der Inhalte und Ziele von Bildung und Wissenschaft durchgesetzt werden. Es soll im Studium nicht mehr darum gehen, ein kritisches Verständnis der bestehenden Verhältnisse zu erlangen, es soll nicht mehr darum gehen, die eigenen verallgemeinerbaren Interessen zu erkennen, und es soll schon gar nicht mehr darum gehen, gemeinsam mit anderen im Sinne dieser Interessen in gesellschaftliche Prozesse einzugreifen. Stattdessen soll ein von Verwertungslogik und Standortideologie bestimmtes Verständnis von Bildung und Wissenschaft durchgesetzt werden. Studiengebühren dienen diesem Negativanliegen in besonderer Weise. Durch die Kostenpflichtigkeit wird das Studium zu einer Ware degradiert. Bildung und Wissenschaft sollen nicht mehr als Recht für alle und als gesellschaftliche Notwendigkeit begriffen werden, sondern als Investition in die eigene Karriere. Entsprechend tritt an die Stelle des kooperativen Erarbeitens der Inhalte von Bildung und Wissenschaft in den Selbstverwaltungsgremien ein Kunden-Dienstleister-Verhältnis, das Auswirkungen auf Form und Inhalt des Studiums hat. Denn unter dem sozialen Druck der Belastung durch Studiengebühren verlangen die "Kunden Studierende" nun dem "Dienstleister Hochschule" vor allem das ab, was der individuellen Karriereplanung förderlich erscheint. Dieser Karriere förderlich ist aber nur das, was künftige ArbeitgeberInnen als verwertbar zur eigenen Profitmaximierung ansehen. Studieninhalte und Studiengänge, die diese Anforderungen nicht erfüllen, sollen von den Hochschulen verschwinden. Um diese Kommerzialisierung und Entdemokratisierung von Bildung und Wissenschaft durchzusetzen, wollen und machen sich die Befürworter die jetzt schon schwierige soziale Lage von Studierenden zunutze. So soll - und führt - schon alleine die Ankündigung von Studiengebühren dazu führen, dass die Studierenden sich angesichts dieser Drohung dafür entscheiden, eiligst ihr Studium durchziehen, anstatt sich gegen die Einführung zur Wehr zu setzen. Wer aber dies, die Funktion von Studiengebühren, erkennt, kann sich auch zur Wehr setzen, und für die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung kritischer Wissenschaft und Bildung für alle Menschen streiten.

Die Juso-Hochschulgruppen fordern aufgrund dieser Position:

  • Soziale Absicherung aller Studierenden statt Studiengebühren
  • Bildung und Wissenschaft in gesamtgesellschaftlicher Verantwortung statt Dienstleistungs- und Verwertungsorientierung
  • Demokratische Mitbestimmung statt hierarchischer Managementstrukturen
Die Umsetzung dieser Forderungen bedarf der aktiven Mitarbeit aller.

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