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Resolution zum Erhalt der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS)

Die Juso-Hochschulgruppen sprechen sich klar für einen Erhalt der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) aus. Zweifelsohne ist die ZVS eine Mangelverwaltung. Dieser Mangel ist jedoch nicht von der ZVS zu verantworten, vielmehr liegt dieser an der chronischen Unterfinanzierung der Hochschulen, welche die Länder verursacht haben. Die ZVS ist in diesem Mangel, den sie zu verwalten hat, jedoch ein wichtiges Instrument zur Erhöhung der Chancengleichheit. Dies soll im Folgenden erläutert werden: 1972 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass grundsätzlich jede und jeder mit dem Erlangen des Abiturs einen Anspruch auf einen Studienplatz hat. Damit machte das oberste Gericht deutlich, dass nach dem Abitur ein Studium absolviert werden kann und dass der Staat für ein entsprechendes Angebot sorgen muss. Die Konsequenz aus diesem Urteil war ein Staatsvertrag, der die Zentralstelle begründete. Kernstück des Vertrages ist seitdem die so genannte Kapazitätsverordnung (KV), die eine relativ gleichmäßige Verteilung der Studierenden auf die jeweiligen Hochschulen gewährleisten soll. Im Nebeneffekt wurde so die Herausbildung von Eliteuniversitäten und Hochschulen zweiter Klasse gebremst. Würde die ZVS nun abgeschafft, so käme dies einerseits einer Entwertung des Abiturs gleich, zum anderen bedeutet die Abschaffung der ZVS eine weitere Belastung der Studierenden. Diese müssten durch die Republik reisen und sich Prüfungen zur Aufnahme unterziehen. Neben dem generellen Zweifel, ob es überhaupt geeignete Prüfungen gibt, die die Studierfähigkeit für ein bestimmtes Fach nachweisen, ist dies eine soziale Selektion. Nicht jedeR kann sich eine Reise durch die Republik leisten. Die Juso-Hochschulgruppen bekräftigen, dass die Studierfähigkeit mit dem Abitur bereits nachgewiesen ist. Wir lehnen alle weiteren Eignungstests, die eine weitere Hürde darstellen und der Durchlässigkeit des Bildungssystems entgegen stehen, ab. Anstatt darüber nachzudenken, wie man den Universitäten erlaubt Studierende auszuwählen, muss dass Hochschulsystem besser mit Personal und mit Sachmitteln ausgestattet werden. Die letzte OECD-Studie hat gezeigt, dass die BRD mit einem Hochschulanteil von 28% pro Jahrgang am Ende der so genannten westlichen Welt liegt. Anstatt also weiter zu selektieren, weiter den Weg weg von einer Breitenbildung hin zu einer Elitenbildung zu beschreiten, sollten die PolitikerInnen darüber nachdenken, wie auch Menschen ohne Abitur vermehrt an die Hochschulen gebracht werden können!

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