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Hochschuldemokratie gestalten

Die derzeitige Situation der Hochschulen führt uns vor Augen, daß Reformen dringend nötig sind! Dies heißt auch, daß die Hochschulen einer notwendigen Veränderung der Entscheidungsstrukturen bedürfen. Es darf allerdings nicht eine Rückkehr zu veralteten und demokratisch fragwürdigen autoritären Entscheidungsstrukturen geben. Sondern es muß in Konsequenz eine demokratische Weiterentwicklung der Hochschulentscheidungsstrukturen angestrebt werden, da die bisherige ständisch aufgebaute Gruppenhochschule nicht an zu viel, sondern an zu wenig Demokratie krankt! Um die momentan verkrusteten Strukturen aufzubrechen, scheint uns das sog. Berliner Modell (Wahl eines Teils der ProfessorInnen durch alle Hochschulangehörigen) ein erster Schritt auf dem Weg zu mehr Mitbestimmung der Studierenden an den Hochschulen in Deutschland zu sein. Nach wie vor bleibt unser Ziel eine deutlich stärkere studentische Bestimmung der Hochschulgremien. Dieses muß mindestens in Form einer paritätischen Mitbestimmung geschehen, kann aber auch an Hand des Systems der freien, gleichen, allgemeinen und unmittelbaren Wahlen (eine Person = eine Stimme) durchgeführt werden. Dieses System ist in einer verfassungskonformen Variante möglich. Darüber hinaus betrachten wir es als dringend notwendig, daß die bisherige, weitgehend in sich geschlossene Hochschule zur Gesellschaft hin geöffnet wird. Dazu gehört auch ein verstärktes Engagement der Hochschulen in gebührenfreien Teilzeitstudiengängen und gebührenfreien Erwachsenenbildungsmöglichkeiten für alle Menschen im Umkreis der Hochschule. Insbesondere scheint uns eine Öffnung unter Berücksichtigung regionaler, umweltpolitischer, sozialer, demokratischer und transparenter Aspekte notwendig zu sein! Als eine mögliche Variante dieser Öffnung betrachten wir hierzu die Einführung von Kuratorien nach dem Berliner Vorbild oder anderer Arten von Schnittstellen der Hochschule mit der Gesellschaft. Die Kuratorien setzen sich aus VertreterInnen der Hochschulgruppen, der Politik und gesellschaftlich relevanter Gruppen zusammen. Sie werden an allen zukunftsweisenden Entscheidungen beteiligt. Der rationale Diskurs und der Dialog der Wissenschaft und Forschung mit der Gesellschaft ist heute mehr denn je eine Notwendigkeit der Erhaltung unseren demokratischen Systems, deswegen ist es eine demokratische Aufgabe eine demokratische Hochschule zu haben, die im ständigen Dialog mit der Gesellschaft steht und ihr Innovationsträger ist.

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