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Europas Jugend eine Perspektive geben!

Auf der EU-Konferenz zur Jugendarbeitslosigkeit im Berliner Kanzleramt trafen sich in dieser Woche die die Regierungschefs der EU-Staaten, um über ihr weiteres Vorgehen gegen die immer weiter steigende Jugendarbeitslosigkeit zu beraten. Junge Menschen in Europa sind stärker als andere Altersgruppen von Arbeitslosigkeit betroffen und leiden am meisten unter der Krise und den Sparmaßnahmen der Euro-Staaten. Jeder fünfte Mensch in Europa, der jünger als 25 Jahre ist, hat keinen Arbeitsplatz. In Spanien und Griechenland ist weit über die Hälfte der Jugendlichen erwerbslos, gefolgt von Portugal, Italien und Irland mit rund 35 Prozent. Knapp 30 Prozent der jungen Menschen in Zypern, Bulgarien oder der Slowakei haben keine Arbeit.

Die Bundesregierung, welche als Gastgeberin bei jener Konferenz eine besondere Rolle zukommt, hat bisher wenig an Lösungsvorschlägen zu bieten und bittet in bekannter Manier erstmal zum Gespräch, wie sie es in zahlreichen ergebnislosen „Runden Tischen“ in den letzten Wochen vorgemacht hat. Und die Kanzlerin hat auch nicht mehr übrig als für die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit 6 Millionen Euro zur Verfügung stellen zu wollen und möglichst vielen Ländern das bundesdeutsche, duale Berufsausbildungswesen aufzuschwatzen. Die positive Eigenschaften dieses Systems ausgeklammert muss dieses Vorgehen, nachdem man bisher vor allem Kürzungen und Sparmaßnahmen diktierte, ein Schlag ins Gesicht sein.

Denn: Wer lässt sich gern vom Nachbarn erklären, wie man den Hof kehrt, nach dem man zuvor von jenem Nachbarn den Besen geklaut bekam?

Wir sehen den deutschen Beitrag zur Lösung der Arbeitsmarktkrise vor allem darin, dass die federführend von Merkel oktroyierten Spardiktate zurückgenommen werden. Allein der Gedanke, dass eine strangulierte Volkswirtschaft ausreichend Beschäftigung garantieren könnte, ist wahnwitzig und steht im Dissens zu jedem ökonomischen Verständnis. Die hohen Sozialausgaben, um die Existenz zu gewährleisten, beschädigen jene Länder weiter. Wir unterstützen daher den Vorschlag des DGB eines Marshall Plans für die Krisenländer ausdrücklich.

Gerade als Studierendenverband müssen wir auch immer auf die Dimension hinweisen, welche Auswirkungen die Sparmaßnahmen im Bildungssektor jener Staaten haben: In Spanien erklärten 50 Universitätsrektoren einen Notstand, nach dem knapp 7 Milliarden für tertiäre Bildung gestrichen wurde (Nochmal zum Vergleich: 6 Milliarden will man Europaweit zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit bereitstellen). In Italien, Spanien, Griechenland und Portugal gingen hundertausende auf die Straßen und wurden von Tränengas und Wasserwerfer empfangen. Wir warnen aber: Das Problem muss die Politik, nicht die Polizei lösen. Diese Jugend lässt sich nicht niederknüppeln, sie hat nichts mehr zu verlieren.

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