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Mehr für alle statt Büchergelderhöhung für wenige!

  • Büchergeld der Begabtenförderwerke wird ab September auf 300 Euro erhöht
  • Stipendien manifestieren soziale Ungleichheit und berhindern individuelle Bildungswege
  • Nur ein gerechtes BAföG kann Aufstieg durch Bildung unabhängig der Herkunft ermöglichen

 

Ab September erhalten Stipendiat*innen der zwölf deutschen Begabtenförderungswerke monatlich 300 Euro Büchergeld. Die erste Erhöhung des Büchergeldes, das alle Stipendiat*innen unabhängig des eigenen oder des Einkommens der Eltern erhalten, fand im September 2011 statt. Damals wurde das Büchergeld von 80 Euro auf 150 Euro erhöht.

Nach wie vor stammt der Großteil der Stipendiat*innen aus akademischen Haushalten, nur rund 27 Prozent haben keinen akademischen Hintergrund und gehören zu den sogenannten Bildungsaufsteiger*innen.

Hierzu erklärt Mareike Strauß vom Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:

„Stipendien manifestieren soziale Ungleichheit und tragen nach wie vor nicht dazu bei, dass individuelle Bildungswege unabhängig der Herkunft möglich werden. Die Erhöhung des Büchergelds geht vollkommen an den Bedürfnissen vieler junger Menschen, die aus finanziellen Gründen von einem Studium abgeschreckt werden, vorbei. Denn Stipendien erreichen nur einen Bruchteil der Studierenden und bei der Vergabe werden soziale Kriterien und der Bedarf finanzieller Unterstützung noch immer nur in Ausnahmefällen berücksichtigt.

Letztlich bleibt das BAföG die einzige Form der Studienfinanzierung, die flächendeckend Studieninteressierten, unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern, ermöglicht, ein Studium aufzunehmen. Bevor die schwarz-gelbe Bundesregierung also weiter Elitenbildung betreibt, sollte sie die dringend notwendige Reform des BAföG in die Wege leiten. Nur ein gerechtes BAföG kann sicherstellen, dass Aufstieg durch Bildung unabhängig der Herkunft gelingt. Daher fordern eine echte Reform des BAföG, die dem aktuellen Bedarf gerecht wird!“

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