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Nicht nur im Lehramt – Master für alle!

Denn Lehrer*innen sind erst mit einem Masterabschluss dazu berechtigt, an allgemeinbildenden Schulen zu unterrichten. Absolvent*innen eines lehramtsbezogenen Bachelorstudiums sind dementsprechend zum Erreichen ihres Berufszieles auf die Fortsetzung ihres Ausbildungsweges im Rahmen eines Masterstudiums angewiesen, urteilte das Gericht.

Anlässlich des Urteils stellte Peter Befeldt, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD (AfB), noch einmal in Bezug auf Lehramtsstudiengänge klar: „Die Bildungs- und WissenschaftsministerInnen sind nun aufgerufen, auf der Grundlage des Osnabrücker Urteils den Numerus-Clausus (…) abzuschaffen.“

Doch nicht nur für angehende Lehrer*innen ist es ein großes Problem, wenn sie keinen Masterplatz erhalten. Beispielsweise darf die Berufsbezeichnung „Psychologin oder Psychologe“ erst nach einem Master– und nicht schon einem Bachelorabschluss in Psychologie geführt werden. Aber auch ungeachtet späterer Berufsanforderungen muss gelten: Jede*r die*der einen Master machen möchte, muss auch die Möglichkeit dazu haben!

Das Bundesverfassungsgericht hat in ständiger Rechtsprechung festgestellt, dass das Recht auf einen Studienplatz  unmittelbar aus dem Grundrecht auf Berufsfreiheit des Artikels 12 GG ergibt. Das gilt für alle Arten des Studiums. Kern der Debatte darf unserer Ansicht nach auch nicht sein, wie wir den Mangel am „fairsten“ verteilen können, sondern die Frage, wie ausreichend Studienplätze für alle Studieninteressierten geschaffen werden können, muss im Mittelpunkt stehen. Dies gilt für Master- aber auch für alle anderen Studiengänge

 

Jede*r Studierende mit einem Bachelorabschluss muss selbst die Entscheidung treffen können, ob er oder sie einen anschließenden Masterabschluss anstrebt. Das bedeutet auch, dass Bachelorabschlüsse besser anerkannt werden müssen, zum Beispiel im öffentlichen Dienst, damit diejenigen, die nach dem Bachelor direkt in den Beruf einsteigen möchten, dies auch tun können. Parallel müssen aber auch ausreichend Masterplätze geschaffen werden, vor allem auch angesichts steigender Studienanfänger*innenzahlen. Außerdem muss Schluss sein mit der Abschottungspolitik vieler Hochschulen, bei denen durch intransparente und komplizierte Auswahlverfahren Bewerber*innen Steine in den Weg gelegt werden.. So werden derzeit zum Beispiel dadurch, dass bestimmte Module, die lediglich an der eigenen Hochschule angeboten werden, vorausgesetzt werden, gezielt eigene Studierende bevorzugt. Ein offener und gerechter Zugang sieht anders aus.

 

Die Juso-Hochschulgruppen fordern deshalb einen Rechtsanspruch auf einen Masterplatz – und zwar für alle Menschen!

Die PM zum Urteil findest Du hier.

BKT-Antrag „Rechtsanspruch auf Master wichtiger denn je!“

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