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Nicht nur an Symptomen rumschustern – Ursachen bekämpfen!

  • Rund ein Drittel aller Studienanfänger*innen im Bachelor bricht das Studium ab
  • Wanka will Übergang in Handwerksberufe erleichtern
  • Juso-Hochschulgruppen: Ursachen bekämpfen statt nur Symptome behandeln!

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hat in einem Interview mit der Welt am Sonntag Pilotprojekte gefordert, die Studienabbrecher*innen den Übergang in einen Handwerksberuf erleichtern sollen. In Zeiten, in denen rund ein Drittel aller Bachelor-Studienanfänger*innen das Studium abbricht, spricht Wanka damit ein ernstes Problem an – allerdings ohne die Ursachen der Problematik zu thematisieren.

Hierzu erklärt Katharina Kaluza, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:

„Wer nach Studienbeginn feststellt, dass sie oder er lieber einen handwerklichen Beruf ergreifen möchte, muss dies ohne Hindernisse tun können. Dabei darf das Handwerk aber nicht als „Trostpreis“ für Studienabbrecher*innen begriffen werden. Akademische und nicht-akademische Bildungswege sollten in der Gesellschaft als gleichwertig anerkannt werden. Außerdem müssen Bedingungen geschaffen werden, unter denen junge Menschen ohne Hürden den für sie richtigen Weg finden und einschlagen können. Das bedeutet ebenso, dass Menschen mit einer beruflichen Qualifizierung der Weg an eine Hochschule erleichtert werden muss.

Doch es reicht nicht, die Symptome des Problems zu behandeln: Die alarmierend hohe Studienabbruchquote muss dringend reduziert werden. Es braucht daher u. a. schnellstmöglich eine umfassende BAföG-Reform, damit niemand mehr aus finanziellen Gründen das Studium abbrechen muss. Des Weiteren müssen die Studienbedingungen verbessert werden, einschließlich der Betreuungs- und Beratungsangebote sowie Brückenkurse. Zu guter Letzt muss die Lehre an den deutschen Hochschulen besser werden, damit alle Studienanfänger*innen tatsächlich eine faire Chance auf einen erfolgreichen Abschluss ihres Studiums haben!“

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