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Zukunft der (Deutschen) Burschenschaft? Gibt es nicht.

Für gestern war zu einer Veranstaltung unter dem Titel „Zukunft der (Deutschen) Burschenschaft“ in Dresden eingeladen worden. Als Gast sollte ein Vertreter der Aachener-Dresdner Burschenschaft Cheruscia erscheinen, die derzeit in der Deutschen Burschenschaft den Vorsitz innehat. In die Diskussion um die Zukunft der Deutschen Burschenschaft (DB) mischen wir uns natürlich gerne ein und sagen: Die Deutsche Burschenschaft hat keine Zukunft!

Von rund 125 Mitgliedsburschenschaften Mitte der 2000er Jahre hat sich der Verband bereits auf rund 60-70 verkleinert. Allein seit 2012 sind mindestens 40 Burschenschaften ausgetreten. Zuletzt ist im Februar der Austritt der Burschenschaft Rheno-Alemannia Konstanz bekannt geworden. Immer mehr sogenannte liberale und liberal-konservative Burschenschaften haben der Deutschen Burschenschaft aufgrund ihrer rechten und rassistischen Ausrichtung und der öffentlichen Diskussionen darüber „Adieu“ gesagt. Diesen Trend begrüßen wir. Rassismus, Antisemitismus, Revanchismus, Sexismus und Homophobie dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz finden!

Für uns ist aber auch klar: Wir lehnen alle Formen von Burschenschaften und Studentenverbindungen ab. Denn sie alle eint – trotz großer Differenzen im Einzelnen – das Lebensbundprinzip, das Festhalten an überkommenen Traditionen, die Ungleichbehandlung der Geschlechter und Diskriminierung gesellschaftlicher Gruppen.

Die DB verliert mit den sinkenden Mitgliederzahlen weiter an Bedeutung. Dies macht aber nicht die innerparteiliche Forderung nach einem Unvereinbarkeitsbeschluss obsolet. Wer Mitglied in einer Burschenschaft ist, kann die Grundwerte der SPD, Freiheit, Gleichheit und Solidarität, nicht vertreten. Der – einstimmige – Leipziger Parteitagsbeschluss auf Unvereinbarkeit mit der DB muss daher zügig und konsequent umgesetzt werden.

Informationen über Veranstalter und Veranstaltungsort gibt es in diesem taz-Artikel.

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