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15 Jahre Bologna – Anlass zum Umsteuern!

  • 15 Jahre nach Bologna-Erklärung: viele Reformziele verfehlt
  • Ökonomisierung statt Europäisierung des Hochschulraumes
  • Juso-Hochschulgruppen: Jubiläum als Anlass für Reform nutzen!

Zum 15-jährigen Jubiläum der Bologna-Erklärung erklärt Katharina Kaluza, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:

„Auch 15 Jahre nach Bologna ist das Studium an deutschen Hochschulen in vieler Hinsicht kein gutes. Zwar sind als Reaktion auf die studentischen Proteste von 2009 einige Fehlentwicklungen korrigiert worden. Dennoch sind bis heute viele der ursprünglichen Reformziele nicht erreicht: Statt konsequent Mobilität, die Vergleichbarkeit von Abschlüssen und die Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraumes zu fördern, wurden vielerorts Verschulung und Ökonomisierung des Studiums vorangetrieben. Die Qualität des Studiums und die Anerkennung des Bachelors als Regelabschluss blieben auf der Strecke. Das Jubiläum muss nun von Bund, Ländern und Hochschulen genutzt werden, um die Reform zu reformieren.

Bei dieser Novelle darf nicht eine Rückkehr zu Diplom und Magister das Ziel sein. Vielmehr müssen gute Ansätze von Bologna aufgegriffen und der weitere Prozess studierendenfreundlich gestaltet werden. Das bedeutet unter anderem, dass allen Studierenden echte Mobilität ermöglicht werden muss. Ein Auslandsstudium darf daher nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Ebenso müssen der problemlose Hochschulwechsel innerhalb Deutschlands und der hürdenlose Zugang zu einem Masterstudium möglich sein. Wer einen Master machen möchte, muss dies auch tun können! Das Studium muss sich den verschiedenen Biographien und Lebensentwürfen der Studierenden anpassen – nicht umgekehrt.“

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