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Mindestlohn: Anfang vom Ende der Generation Praktikum

  • Bundestag verabschiedet Mindestlohngesetz
  • Endlich Schluss mit unbezahlten Praktika für Absolvent*innen
  • Juso-Hochschulgruppen: Jetzige Fassung des Mindestlohns kann nur erster Schritt sein

Zum heute im Bundestag beschlossenen Mindestlohn erklärt Philip Kroner, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:

„Dieser Beschluss ist ein großer Schritt im Kampf gegen die Ausbeutung von Praktikant*innen. Endlich ist Schluss mit unbezahlten Praktika nach einem Abschluss in dem entsprechenden Bereich. Auch die neuen Regelungen bezüglich des Zwangs zur Verschriftlichung der Arbeitsverträge und des Anspruchs auf ein Praktikumszeugnis stärken die Situation der Praktikant*innen enorm. Die Substituierung regulärer Beschäftigungsverhältnisse durch Praktika wird so maßgeblich erschwert. Das ist ein großer Erfolg der Arbeitsministerin Nahles – gegen die Union und die Arbeitgeber*innenverbände.

Diese hatten bis zuletzt immer wieder Ausnahmen gefordert. Das zeigt deutlich, wie sie prekäre Beschäftigung institutionalisieren wollen. Insbesondere in Wankas Ministerium wurde die Altersdiskriminierung aller unter 25-Jährigen am Arbeitsplatz verlangt. Auch die Arbeitgeber*innenverbände wollten den Niedriglohnsektor um jeden Preis behalten. Sie sind schuld am hohen Preis des Kompromisses, welchen jetzt die unter 18-Jährigen und die Langzeitarbeitslosen bezahlen müssen.

Deshalb reicht die gefundene Einigung noch nicht, sondern kann nur ein erster Schritt sein. Wir erwarten in einem Jahr die detaillierte Überprüfung aller Einschränkungen. Der ausnahmslose und flächendeckende Mindestlohn bleibt unser Ziel. Zudem gilt es gemeinsam mit den Gewerkschaften das Lohngefüge und die grundsätzliche Arbeitssituation weiter zu verbessern. Dazu gehört auch eine Mindestvergütung aller Praktika.“

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