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Nachgelagerte Studiengebühren – keine alten Fehler wiederholen!

  • Bildungsmonitor zeigt: 62 Prozent für nachgelagerte Studiengebühren
  • Kita-Gebühren jedoch werden mehrheitlich abgelehnt
  • Juso-Hochschulgruppen: Keine Gebühren für Bildung!

Zu den Ergebnissen des vom Ifo-Institut veröffentlichten Bildungsmonitors erklärt Silke Hansmann, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:

 

„84 Prozent der Befragten haben sich gegen Kita-Gebühren, 62 Prozent aber für die Einführung von nachgelagerten Studiengebühren ausgesprochen. Dieses Ergebnis zeigt den gesellschaftlich weit verbreiteten Trugschluss, dass Studiengebühren sozialverträglich wären. Dem widersprechen wir vehement, da durch Gebühren reglementierte Teilhabe an Bildung immer an die ökonomische Leistungsfähigkeit des oder der Einzelnen geknüpft ist. Für uns ist klar: Bildung ist ein Menschenrecht. Sie muss in allen Bereichen des Bildungssystems und für alle frei zugänglich sein.

Das Modell der nachgelagerten Studiengebühren verstärkt die soziale Schieflage an Hochschulen. Die Angst mit einem hohen Schuldenberg in das Berufsleben zu starten, ist eine weitere Hürde bei der Aufnahme eines Studiums. Das betrifft vor allem Menschen aus einkommensschwächeren Familien, die keine Unterstützung während und nach dem Studium durch die Eltern erfahren können. Auch Frauen wären durch nachgelagerte Studiengebühren besonders benachteiligt. Da Frauen im Durchschnitt noch immer weniger verdienen als Männer, bräuchten sie zum Beispiel strukturell länger, um Schulden abzubezahlen.

Um die soziale Selektivität an Hochschulen sowie im gesamten Bildungssystem nicht weiter zu verstärken, sind daher jegliche Gebührenmodelle abzulehnen. Nachgelagerte Studiengebühren sind kein adäquates Mittel der Hochschulfinanzierung. Hier stehen stattdessen Bund und Länder in der Pflicht.“

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