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Digitale Agenda - warme Worte reichen nicht!

  • Digitale Agenda der Bundesregierung im Bundestag diskutiert
  • Bildung, Wissenschaft und Forschung als zentrales Themenfeld benannt
  • Juso-Hochschulgruppen: Konkrete Maßnahmen müssen folgen!

Zur heute im Bundestag diskutierten Digitalen Agenda der Bundesregierung erklärt Niklas Konrad, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:

„Es ist richtig, dass die Bundesregierung auch Bildung, Wissenschaft und Forschung als ein zentrales Themenfeld ihrer Digitalen Agenda benennt. Wir stehen beim Digitalisierungsprozess innerhalb der Bildungslandschaft erst am Anfang. Umso wichtiger ist es, dass dieser politisch gestaltet wird. Nach warmen Worten sind nun konkrete Maßnahmen notwendig. Dabei muss die Bundesregierung die  folgenden Schwerpunkte setzen:

Der Digitalisierungsprozess kann zur Öffnung der Hochschulen beitragen. Von eLearning können weltweit Menschen profitieren, deren Weg zur nächsten Hochschule zu weit entfernt ist, die sich ein Studium nicht leisten können oder die zeitlich aufgrund von Kindern oder Beruf eingeschränkt sind. Gleichzeitig darf digitale Lehre durch MOOCs (Massive Open Online Courses) aber nicht zur Vereinheitlichung und Standardisierung von Lehrinhalten führen. Ökonomisierungstendenzen sind auch hier abzulehnen. Online-Kurse müssen Ergänzung zum Präsenzstudium sein und dürfen es nicht verdrängen.

Damit die Digitalisierung zur Öffnung der Hochschulen beiträgt und nicht zum Gegenteil führt, muss die digitale Spaltung der Gesellschaft verhindert werden. Zwar gehen die Unterschiede in der Mediennutzung zwischen Generationen und Geschlechtern zurück. Am sozialen Faktor hat sich dagegen kaum etwas verändert. Von der Kindertagesstätte bis zur Hochschule muss Medienkompetenz in Lehrplänen sowie Ausbildungs- und Studienordnungen verankert werden. Medienkompetenz ist auch in die Aus- und Fortbildung von Lehrer*innen zu integrieren.

Doch es geht um mehr als Medienbildung: Digitale Unterrichts- und Studienmaterialien sind mehr als abfotografierte Bücher. Derzeit scheitert der breite Einsatz von Open Educational Resources (OER) am rechtlichen Rahmen und einer Kultur der Beschränkungen und Verbote. Das Urheber*innenrecht muss daher dringend reformiert werden. Außerdem müssen Open Access und Open Data im Wissenschaftsbetrieb als Prinzipien die Regel werden. Daneben muss auch in der digitalen Hochschule besondere Rücksicht auf das Thema Inklusion innerhalb des Bildungssystems gelegt werden.

All dies hilft allerdings wenig, wenn die Hochschulen keine entsprechende finanzielle Ausstattung haben. Daher müssen auch die Herausforderungen des Digitalisierungsprozesses bei der Hochschulfinanzierung berücksichtigt werden. Wir fordern deshalb  ein Programm zum Ausbau der digitalen Infrastruktur an Hochschulen. Dies beinhalt sowohl Investitionen in technische Geräte als auch in digitale Lehre.“

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