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Laut werden gegen sexualisierte Gewalt - auch am Campus!

Zur Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt a.M. zur Kritik an Pick-Up Artists am Campus erklärt Mia Thiel, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:

Jede Form von sexualisierter Gewalt an Hochschulen und in der Gesellschaft muss bekämpft werden. Klar ist: Sexualisierte Gewalt ist keine Frage des Begehrens, sondern eine Frage der Macht und Dominanz. Es ist das Ziel sogenannter Pick-Up-Artists durch Machtausübung Frauen* gegen ihren Willen gefügig zu machen. Übergriffe dieser Art sind in keiner Weise hinnehmbar. Es gilt, eine Debatte zu führen, die eindeutig benennt, wie und durch wen sexistische Handlungs- und Gewaltmuster entwickelt und verbreitet werden. Wer diese Kritik untersagt, reproduziert den strukturellen Sexismus, der der Pick-Up-Szene immanent ist.

Doch genau das ist in Frankfurt a.M. passiert. Es ist schlicht unverständlich, dass das Oberlandesgericht die Rechte der studentischen Selbstverwaltung in diesem Umfang beschnitten hat. Das ist bundesweit leider kein Einzelfall. Die Debatte um die Pick-Up-Szene zeigt ein weiteres Mal: Studentische Belange können nicht künstlich auf den Raum Hochschule begrenzt werden. Die Trennung von Hochschulpolitik und Allgemeinpolitik ist nicht haltbar. Vor allem jedoch wurde damit die Möglichkeit einer dringend notwendigen Debatte um sexualisierte Gewalt an Hochschulen im Keim erstickt. 

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