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Keine werdenden Eltern zweiter Klasse

Zur Ankündigung des Familienministeriums, Studierende nicht in das Mutterschutzgesetz aufzunehmen, erklärt Anna Wilhelmi, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:

„Der Schutz von Menschen, die Kinder bekommen, muss für alle gelten – auch für Schüler*innen und Student*innen. Das bisherige Gesetz muss dringend dahingehend verbessert werden, dass alle Schwangeren unabhängig von ihrem Beschäftigungsverhältnis zusätzlichen Schutz und weitergehende Hilfe erhalten. Gerade in dieser Erweiterung lag bisher die Stärke des neuen Reformentwurfs zum Mutterschutzgesetz. Dass sich Wanka und die Union nun gegen diesen Vorstoß der SPD stemmen, ist nicht nachvollziehbar. Gerade Student*innen, aber auch Schüler*innen oder Praktikant*innen befinden sich häufig in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Sie brauchen daher besonders effektive Unterstützung um die neue Situation zu meistern. Verlässliche einheitliche Regelungen sind in diesem Bereich unerlässlich.

Unverändert bleibt, dass auch Arbeitnehmer*innen aufgrund ihrer Schwangerschaft mit negativen Konsequenzen rechnen müssen. Sie sollen auch weiterhin auf entsprechende Regelungen zurückgreifen können. Anderen Statusgruppen, entgegen ursprünglicher Planungen, keine substantielle Unterstützung zukommen zu lassen, erschließt sich jedoch nicht. Aus diesem Grund schließen wir uns dem DGB in seiner Kritik an. Schwangere Schüler*innen, Student*innen und Praktikant*innen sind keine werdenden Eltern zweiter Klasse.“

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