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#HoFiVisionen: Unsere Vision einer gerechten Hochschulfinanzierung

Das Hochschulsystem befindet sich in einer neoliberalen Krise. Es ist geprägt von einer prekären Finanzierungslage. Statt Planungssicherheit zu haben, sind Hochschulen mit einer Finanzierung konfrontiert, die zeitlich begrenzt und wettbewerbsorientiert ist. Anstatt die große Verteilungsungerechtigkeit anzugehen, sind die politischen Debatten geprägt von Diskussionen um die Leistungsfähigkeit einzelner Standorte. Von Bedeutung sind allein ein noch stärkerer Wettbewerb und ein Klammern an alte Gegebenheiten. Damit wird den Hochschulen nicht geholfen, maximal ein paar wenige "Elite-Hochschulen" profitieren. Die Hoffnung, durch diese Maßnahmen ein paar Harvards in der Bundesrepublik schaffen zu können, ist ein Irrglaube und nützt der Wissenschaft nichts!

Dem Wettbewerb eine klare Absage erteilen

Der Großteil der bestehenden Finanzierungsprogramme ist gekennzeichnet durch Wettbewerbselemente. Damit haben meist nur die bereits gut ausgestatteten Hochschulen eine Chance auf noch mehr Gelder. Gerechtigkeit lässt sich hier nicht finden. Stattdessen drängen gerade die konservativen Kräfte in der Wissenschaftspolitik auf einen noch stärkeren Wettbewerb um Mittel. Es darf nicht nur darum gehen eine leistungsstarke Spitze zu bilden. Wettbewerbe um Finanzmittel darf es nicht weiter geben. Wir brauchen keine Spitze! Wir brauchen keine Eliten! Für uns gilt Breite statt Spitze!

Nur die direkte Ausfinanzierung der Hochschulen durch den Bund kann hier helfen. Statt Gelder über unzählige Pakte und die Exzellenzinitiative zeitlich begrenzt an ein paar privilegierte Hochschulen zu verteilen, muss der Bund endlich seiner Verantwortung nachkommen. Er muss alle Hochschulen direkt finanzieren.

Kooperationsverbot abschaffen

Trotz der Lockerung des Kooperationsverbots im Hochschulbereich drückt sich der Bund weiterhin davor konsequent in die Hochschulfinanzierung einzusteigen. Unser ganz klares Ziel lautet, dass Hochschulen voll ausfinanziert werden durch öffentliche Mittel. Das ist aber nur möglich, wenn Bund und Länder diese Herausforderung gemeinsam angehen. Deshalb muss das Kooperationsverbot vollständig fallen und der Bund muss sich ohne Umwege direkt an der Grundfinanzierung der Hochschulen beteiligen.

Wir brauchen keine Drittmittel

Drittmittel sind für viele Hochschulen momentan der einzige Weg ihre Unterfinanzierung zu bekämpfen. Das führt viele Hochschulen in eine Abhängigkeit vom Wohlwollen der Privatwirtschaft. Außerdem ist die Vergabe von Drittmitteln intransparent und einseitig. So bevorzugen die meist geheim abgeschlossenen Verträge, insbesondere die Natur- und Wirtschaftswissenschaften. So lange Hochschulen nicht ausreichend öffentlich finanziert sind, schaffen Drittmittel Abhängigkeiten und eine ungerechte Hierarchie im Hochschulsystem. Fächer, die keinen direkten wirtschaftlichen Nutzen abwerfen, haben so keine Chance auf Förderung. Das hat nur eine logische konsequent: Drittmittel müssen abgeschafft werden!

Finanzierung für alle

Um Frauen* an den Hochschulen zu stärken, muss gesichtert sein, dass Investitionen dem Empowerment und der Förderung von Frauen* zugute kommt. Ein Mittel dafür ist Gender-Budgeting. Hochschulen müssen in ihren Haushalten deutlich machen, welche Gelder explizit Frauen* und ihrem Empowerment zu Gute kommen. Deshalb: Gender-Budgeting gehört in alle Hochschulen!

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