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VG Wort - Kopieren statt Studieren!

Aufgrund eines von der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) erstrittenen Urteils des Bundesgerichtshofs haben sich die Kultusministerkonferenz [sic!] (KMK) und die VG Wort nun auf einen neuen Rahmenvertrag geeinigt. Danach müssen Nutzungen künftig einzeln pro Seminarteilnehmenden pro Seite an den Hochschulen erhoben und bei der VG Wort abgerechnet werden.

Wie hoch die Betroffenheit darüber unter uns Studierenden ist, hat auch die hitzige Debatte zum Antrag „Keine GEMA für die Lehre - Der VG Wort offensiv entgegentreten!“ auf unserem letzten Bundeskoordinierungstreffen gezeigt (Den Beschluss findet ihr hier). Fest steht, es muss dringend nachverhandelt werden, denn in der jetzigen Form bedeutet der Vertrag vor allem eines: Verschlechterungen für Studierende, deren Alltag ins letzte Jahrhundert zurückgeworfen wird.

Statt wie bisher, ist die Bereitstellung von Texten online für die Dozent*innen mit einem hohen bürokratischen und zeitlichen Aufwand verbunden. Das Pilotprojekt an der Universität Osnabrück hat deutlich gezeigt, wie das Ergebnis aussieht: Dozent*innen stellen aufgrund des erhöhten Aufwandes keine Texte mehr online und Studierende müssen zurück an Handapparate und Kopierer.

Wir wollen nicht zurück in vergangene Jahrzehnte mit Schlange stehen und Kopierstau – wir wollen Hochschulen, die mit der Zeit gehen!

Die Einigung zwischen der KMK und der VG Wort steht in einem klaren Widerspruch zu unseren Vorstellungen von guter Lehre, flexiblem und inklusivem Studium und einer modernen, digitalisierten Hochschule. Die Leidtragenden sind wieder einmal die Studierenden, die künftig noch mehr Zeit aufwenden müssen, um die angegebene Literatur herauszusuchen. Eine einheitliche Informationsbasis ist nicht mehr vorhanden – all das, obwohl die Möglichkeiten über Online-Plattformen, die allen zugänglich sind, dafür mehr als gegeben wären. Dieser Vorgang zeigt einmal mehr, wie notwendig eine Reformierung des Urheber*innenrechts ist! Die finanzielle Absicherung der Autor*innen kann nicht nur über Studierende erfolgen, sondern ist vielmehr gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Studieren im Zeitalter der Digitalisierung sieht anders aus!

Jetzt seid ihr gefragt: Wir haben dafür einen Musterantrag vorbereitet, den Ihr gerne in Euren Studierendenschaften einbringen und beschließen könnt.

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