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Hinaus zum March for Science!

Zum heutigen March for Science in vielen Städten erklärt Mia Thiel, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:

„Freies und kritisches Denken ist der Motor für demokratischen Diskurs. Jeder konstruktive Austausch braucht ein Fundament. Die Abkehr von faktenbasierter Argumentation ist keineswegs allein bei der US-Regierung zu beobachten, sondern spiegelt sich vielmehr im internationalen Erstarken rechtspopulistischer Tendenzen, wie beispielsweise auch in Ungarn oder Dänemark. Wer sich gegen wissenschaftliche Erkenntnisfindung und -einordnung stellt und sie durch gefühlte Wahrheiten und „alternative Fakten“ ersetzt, greift Grundprinzipien einer demokratischen Gesellschaft an. Mit Protestierenden weltweit streiten wir besonders heute am March for Science für Demokratisierung, kritisches Denken und gegen Rechtspopulismus. Von der Straße in die Köpfe!

Doch auch die Wissenschaft selbst muss sich verändern. Dafür brauchen wir Hochschulen, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind und sich stärker in öffentliche Diskurse einbringen. Freie und kritische Forschung darf keinen wirtschaftlichen Zwängen unterworfen sein. Solange private Geldgeber*innen in Form von überlebensnotwendigen Drittmitteln darüber entscheiden können, in welche Fragestellungen investiert wird, kann von kritischer Wissenschaft in der Bundesrepublik kaum die Rede sein. Besonders die geisteswissenschaftlichen Disziplinen, wie beispielsweise die feministischen Forschungsfelder, leiden unter dem Finanzierungsdruck. Eine solide Grundfinanzierung von Hochschulen, sichere Arbeitsbedingungen für Wissenschaftler*innen und eine vielfältige Forschungslandschaft sind kein ‚nice-to-have‘ sondern der Puls einer freien und kritischen Wissenschaft. Schluss mit der Ökonomisierung der Hochschulen!“

 

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