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Wanka ignoriert ihren eigenen Bericht – Zeit für Verbesserungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Zur Diskussion des Bundesberichts Wissenschaftlicher Nachwuchs im Bundestag erklärt Torrent Balsamo, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:

„Es braucht schnellstmöglich eine weitere Reform des Wissenschaftszeitvertraggesetzes. Der Bericht von Ministerin Wanka zeigt: Die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft sind prekär. Scheinbar hat die Bildungsministerin ihren eigenen Bericht nicht richtig gelesen. Denn sie behauptet trotzdem, wissenschaftliche Karrieren würden immer attraktiver. Ein Großteil des Mittelbaus an Hochschulen und an außerhochschulischen Forschungsinstituten sind befristet beschäftigt. Die Hälfte dieser Beschäftigungen sind auf unter einem Jahr befristet. Nicht nur die Drittmittelfinanzierung ist dafür verantwortlich. Auch die Befristungen von grundmittelfinanziertem Personal sind bis 2014 auf 75 Prozent gestiegen. Dies führt zu großer Planungsunsicherheit für die Angestellten. Obwohl viele Angestellte einen Kinderwunsch hegen, verzichtet die Hälfte auf die Gründung einer Familie. Insbesondere für Frauen* ist die schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein Hindernis, eine wissenschaftliche Karriere aufzunehmen.

Ein erster Schritt zu besseren Arbeitsbedingungen wäre eine Mindestbefristungsdauer von zwei Jahren und die komplette Abschaffung der sachgrundlosen Befristung. Zusätzlich muss der Weg für Frauen* in die Wissenschaft offener werden. Nur mit weitreichenden Reformen kann der Karriereweg Wissenschaft für viele Menschen attraktiver werden.‘‘

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