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Das Beispiel von 32 zwangsexmatrikulierten Studierenden der alten Studiengänge an der Uni Köln hat in den letzten Tagen eine Welle von Meldungen losgetreten. Wer nicht freiwillig geht, der wird eben gegangen, so lautet anscheinend die Devise. In Zeiten von Bachelor und Master scheint in Augen einiger Hochschulen„kein Platz“ mehr für Diplom- und Magister zu sein. Also müssen vielerorts diejenigen, die nicht rechtzeitig fertig werden, in einen neuen Studiengang wechseln, oder gehen – freiwillig oder unfreiwillig. Doch wenn der Wechsel bedeutet, dass viele bereits erbrachte Studienleistungen nicht anerkannt werden, überlegt man sich diesen Schritt eher dreimal. Im Wintersemester 2009 waren noch 47,2 Prozent der deutschen Studierenden in alten Studiengängen eingeschrieben. Wer von denen mittlerweile das Studium beendet hat, hängt von vielen Faktoren ab. Ob Familie, Schwangerschaft, gesundheitliche Probleme, Nebenjobs, hochschulpolitisches oder gesellschaftliches Engagement – die Gründe, aus denen Menschen mehr Zeit zum Studieren brauchen, sind vielfältig und in der Regel nicht die „Schuld“ der Studierenden. Deshalb gibt es für diese Gruppen oft auch Härtefallregelungen, doch es kommen vermehrt Fälle ans Tageslicht, in denen entsprechende Anträge trotz allem abgelehnt wurden. Erste Studierende wollen jetzt juristisch gegen den Rausschmiss vorgehen. Es darf nicht das Ziel sein, die Studierenden der alten Studiengänge so schnell wie möglich loszuwerden, sondern es gilt, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, ihnen ihren Studienabschluss zu ermöglichen. Jeder Mensch hat ein Recht auf Bildung. Ob der Studiengang Bachelor, Diplom, Magister oder Master heißt sollte dabei nebensächlich sein. Unter http://exmatrikulation.blogsport.de/ werden Informationen zum Thema gesammelt. Unter anderem sind dort diverse Presseartikel und Pressemitteilungen verlinkt.