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Online-Studienplatzbörse erneut gestartet

Es war vor ziemlich genau 2,5 Jahren als die Bundesbildungsministerin einräumen musste, dass bundesweit Studienplätze frei bleiben. Jahr für Jahr schaffen es die Hochschulen nicht ca. 18.000 Plätze zu besetzen. Grund hierfür sind vor allem die Mehrfachbewerbungen die seit dem Bedeutungsverlust der ZVS überhand nehmen. Studierende wenden sich nicht mehr an die ZVS, um einen Studienplatz zu bekommen, sondern schreiben bis zu 20 Bewerbungen an viele Hochschulen in Deutschland, um die Chance zu erhöhen, irgendwo genommen zu werden. Diese Flut an Bewerbungen und Zu- bzw. Absagen führt dazu, dass die Hochschulen auch bis weit ins Semester hinein und auch nach vielen Zulassungsrunden schlicht keine Studierenden mehr finden. Die Lösung von Frau Schavan sah vor, eine bundesweite Software entwickeln zu lassen, mit der die Hochschulen die Zu- und Absagen an die BewerberInnen koordinieren können, sodass sie wissen, welche/r BewerberIn an welcher Hochschule den Studienplatz angenommen oder abgelehnt hat. Bis dahin sollte eine Vereinheitlichung der Fristen und die Onlinebörse für Studienplätze das Problem lindern. Online können die Hochschulen unter www.hochschulkompass.de/studienplatzboerse ihre freien Studienplätze einstellen. Gleichzeitig sehen abgelehnte BewerberInnen, wo noch Studienplätze frei sind. Sie können sich dann an die Hochschulen wenden und vielleicht noch bis zum Semesterstart einen Studienplatz bekommen. Die Juso-Hochschulgruppen haben diese Börse kritisiert, weil sie kaum Informationen über die Zulassungsbedingungen bietet – diese bekommt man nach wie vor nur über die Webseiten der Hochschulen. Auf Grund des knappen Zeitfensters – nur einen Monat bis Semesterbeginn – ist außerdem fraglich, ob die Seite es wirklich schafft, den Interessierten pünktlich einen Studienplatz zu verschaffen. Wie viele Erfolg haben, kann das Bundesministerium schon mal nicht sagen. Letztlich ist die Studienplatzbörse nur ein Notnagel, bis endlich ein einheitliches System entwickelt ist, was tatsächlich allen StudienbewerberInnen pünktlich einen Platz verschafft. Genau dieses System lässt aber auf sich warten. Die Einführung wurde im April auf das nächste Wintersemester verschoben. Dabei wäre sie für die steigende Zahl von Studienberechtigten gerade jetzt nötiger denn je.