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Bologna-Konferenz gescheitert

Bei der Bologna-Konferenz am vergangenen Freitag sind die Studierenden kaum gehört worden. Statt einer ehrlichen Bestandsaufnahme und der Kontrolle von Verabredungen aus dem letzten Jahr entspannte sich eine unkritische Diskussion um die vorgeblich hervorragenden Berufschancen des Bachelor. Die Studie des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft will herausgefunden haben, dass Bachelor-AbsolventInnen keine Nachteile bei der Berufswahl gegenüber den alten Studienabschlüssen befürchten müssen und ihnen der Übergang von Studium in den Beruf genauso reibungslos gelingt. Unsere Einwände dagegen, dass es sich beim Berufseinstieg überwiegend um atypische Beschäftigungsverhältnisse handelt und die Studie methodische Unzulänglichkeiten aufweist, spielten keine Rolle. Im zweiten großen Schwerpunkt, dem Übergang zwischen Bachelor- und Master, hatten sich KMK und BMBF ebenfalls vorsorglich mit Zahlen eingedeckt, wonach lediglich ein Viertel der Masterstudiengänge zulassungsbeschränkt seien. Der Einwand der Studierenden, dass sich das Problem des Übergangs vor allem aus den Zugangsbeschränkungen ergibt und erst danach aus den Zulassungsbeschränkungen, wurde nicht weiter beachtet. Unsere Forderung, dies mit einem Bundeshochschulzulassungsgesetz zu erreichen, wurde in zwei Sätzen abmoderiert. Nach diesem Ablauf ist es eigentlich überflüssig noch zu erwähnen, dass keinerlei Ergebnisse festgehalten wurden, geschweige denn die letztjährigen auf ihre Erfüllung überprüft wurden. Konsequenterweise hat dann auch das Bundeskoordinierungstreffen am darauffolgenden Samstag die Teilnahme im nächsten Jahr in Frage gestellt. Sollte sich am Ablauf und an den Vorbereitungen nichts ändern und keine inhaltlichen Fortschritte erkennbar sein, werden die Juso-Hochschulgruppen im nächsten Jahr an der Konferenz nicht mehr teilnehmen.