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Hochschulpakt überarbeitungsbedürftig

Am Dienstag stellte die Bundesbildungsministerium Anette Schavan die Zwischenbilanz des Hochschulpaktes vor. Demnach wurden in der ersten Programmphase 2007 bis 2010 statt der geplanten 91.370 Studienplätze 182.193 geschaffen. Damit wurde die Zielmarke deutlich übertroffen. Schavan wertete dies als Beleg dafür, die richtige Antwort auf die steigende Studiernachfrage gegeben zu haben. Trotz dieser erfreulichen Zahlen zeigt dieses Zwischenfazit mehr Handlungsbedarf als der Ministerin bei ihrem positiven Fazit bewusst gewesen sein dürfte. Der Hochschulpakt basiert auf den Vorausberechungen der KMK aus dem Jahr 2005, aktualisiert 2009. Diese sahen für das Jahr 2010 eine Zahl von 369.100 StudienanfängerInnen vor. Tatsächlich waren es jedoch 441.800. Dies zeigt, wie dringend eine neue Vorausberechnung ist. Auf dieser Grundlage muss dann die Zahl der Studienplatze, die durch den Hochschulpakt aufgebaut werden, steigen. Die Nachverhandlungen müssen außerdem Schwächen im Hochschulpakt beheben. Der pauschale Mittelansatz pro Studienplatz führt zu einem Aufbau von Studienplätzen vor allem in den weniger kostenintensiven Fächern. Medizinstudienplätze lassen sich aus den veranschlagten Mitteln jedenfalls nicht finanzieren. Dies muss unbedingt durch einen neuen Mechanismus ausgeglichen werden.