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Bildungsstreik unterstützen!

Vom 15. bis 19. Juni dieses Jahres wird zum bundesweiten Bildungsstreik aufgerufen. Gefordert werden umfangreiche Reformen im Bildungswesen. Neben zahlreichen Forderungen der Schülerinnen und Schüler, wie die Etablierung integrativier gemeinsamer Schulen, der Abschaffung des sog. Turbo-Abiturs, die Abschaffung sämtlicher Bildungsgebühren (z.B. Studiengebühren, Ausbildungsgebühren und Kita-Gebühren)  oder der Individualisierung der Lehrpläne, wurde auch ein umfangreicher Forderungskatalog für die Hochschulen bereits formuliert:

 

  1. Soziale Öffnung der Hochschulen

Ø       den Abbau von Zulassungsbeschränkungen durch den Ausbau von Studienplätzen!

Ø       die Abschaffung von Studiengebühren und die gesetzlich verankerte Gebührenfreiheit von Bildung!

Ø      die finanzielle Unabhängigkeit der Studierenden – ohne Kredite!

Ø       die Abschaffung jeglicher Diskriminierung, auch in ihrer institutionalisierten Form gegenüber ausländischen Studierenden!

  1. Bologna verwirklichen – Reform des Bachelor/Master-Systems

Ø       die Abkehr vom Bachelor als Regelabschluss!

Ø     das Ende von Verschulung, Regelstudienzeit und Dauerüberprüfung!

Ø      die Möglichkeit individueller Schwerpunktsetzung im Studium!

Ø     die tatsächliche Umsetzung der Mobilität zwischen den Hochschulen!

  1. Demokratisierung des Bildungssystems

Ø       den Abbau von wirtschaftlichen Zwängen im Bildungsbereich!

Ø      die Mitbestimmung aller Beteiligten im Bildungssystem, u.a. durch Viertelparität in den Hochschulgremien!

Ø       die Einführung verfasster Studierendenschaften mit politischem Mandat in allen Bundesländern!

  1. Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen

Ø       die Umsetzung freier alternativer Bildungskonzepte!

Ø     die Beendigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse im Bildungsbereich!

Ø     die Aufstockung des Lehrpersonals auf ein pädagogisch tragbares Niveau! Dazu sind in den nächsten drei Jahren mindestens 8.000 Professuren, 4.000 Mittelbaustellen und 10.000 TutorInnenstellen neu zu schaffen!

Ø    die Förderung aller Studierenden statt einseitiger Elitenbildung!

Ø     die Einheit von Forschung und Lehre statt der Exzellenzinitiative!

 

 Der Bundesverband der Juso-Hochschulgruppen, sowie einige Landeskoordinierungen und einzelne HSGen gehören bereits zu den 170 Unterzeichnerinnen des Aufrufes. Die Forderungen sollten jedoch bei allen HSGen Unterstützung finden. Daher sind alle Hochschulgruppen aufgefordert Solidarität zu bekunden und die Organisation des Streikes auch in ihrem Ort so gut wie möglich voran zubringen! In vielen Städten gibt es bereits Bündnisse, diesen gilt es sich anzuschließen! Wenn ein solches noch nicht vorhanden ist, gilt es mit anderen Kräften, wie Schülerinnen und Schülern und deren gewählten Vertreterinnen und Vertretern, Gewerkschaften und anderen Hochschulpolitischen Gruppen und Organen vor Ort den Streik zu organisieren!

In zahlreichen anderen europäischen Ländern, wie Frankreich, Spanien oder Österreich gingen bereits zehntausende Schülerinnen und Schüler, Studierende und Auszubildene auf die Straße um gegen die katastrophalen Zustände in ihrem Bildungssystem zu protestieren. In Deutschland ist es dagegen noch viel zu ruhig. Gerade in Zeiten, in denen Milliarden Euros zur Rettung eines maroden und falschen Systems investiert werden, müssen alle Kräfte darauf hinwirken, dass sich die Bildung in Deutschland erheblich verbessert und ein Umdenken nicht nur  in der Wirtschafts- sondern vor allem auch in der Bildungspolitik stattfindet!

Eine bessere Bildung für alle ist möglich!