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Bologna-Konferenz

Wir Juso-Hochschulgruppen haben uns in den vergangenen Monaten an den Vorbereitungen und der Durchführung der Bologna-Konferenz am 17. Mai 2010 beteiligt. Unsere Positionen wurden aktiv in den Diskussionsprozess mit eingebracht und wir haben stets auf signifikante Korrekturen beim Bologna-Prozess hingedrängt. Es war die erste Konferenz, bei der bildungspolitisch Verantwortliche aus Bund, Ländern und den Hochschulen zusammen diskutierten und Studierende ihre Forderungen direkt an die Verantwortlichen adressieren konnten. Leider blieben die Ergebnisse der Konferenz und des Vorbereitungsprozesses jedoch weit hinter den Erwartungen und waren niederschmetternd.

Keine klare Verteilung von Zuständigkeiten, kein Fahrplan und somit auch keine Fortschritte bei der Reform von Bologna. Die entscheidenden Akteure haben sich in der Diskussion mehrheitlich zurückgelehnt und zugeschaut, während wir Studierenden die Dringlichkeit von Korrekturen deutlich machten und solche von Hochschulen, Ländern und Bund einforderten.

Lediglich die Anwesenheitslistenpflicht soll nun innerhalb von acht Wochen ab dem Datum der Bologna-Konferenz flächendeckend abgeschafft werden. Dennoch reicht dieses Ergebnis im Entferntesten nicht aus, um die kritische Situation an den Hochschulen zu verbessern. Es bedarf vielmehr umfassende Reformschritte, die Studienordnungen flexibilisieren, Studienbedingungen erleichtern und die Mobilität – horizontal wie vertikal –  steigern. Der Prozess muss weitergeführt und mit tatsächlichen Kurskorrekturen reformiert werden. Im Mai 2011 soll eine Folgekonferenz zum Thema „Gute Lehre“ stattfinden.