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Qualitative Studienreform statt vorweihnachtliches Stelldichein

Zum Bildungsgipfel in Berlin erklärt Marie-Christine Reinert vom Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppe: „Beim heutigen Bildungsgipfel will Frau Merkel den Ländern einen „Qualitätspakt“ für die neuen Bachelor-Studiengänge vorschlagen. Dabei muss klar sein, dass es nicht ausreicht, auf dem Papier mehr Geld in die Bildung zu stecken. Das Geld muss auch da ankommen, wo es gebraucht wird! Wir erwarten klare Aussagen darüber, wie und auf welcher finanziellen Grundlage mit konkreten Maßnahmen eine qualitative Verbesserung des Studiums erreicht werden soll. Die auch bereits von der KMK geforderten Korrekturen am Bologna-Prozess im Sinne einer Senkung der Prüfungslast, der Stofffülle und einer Flexibilisierung des Studiums sind erste Schritte, reichen aber nicht aus! Neben einer deutlichen Verbesserung der Betreuungsrelationen, wofür mindestens 10.000 neue ProfessorInnenstellen geschaffen werden müssen, brauchen wir ein höheres Ansehen der Lehre und eine größere Berücksichtigung von Lehrkompetenzen in Berufungsverfahren. Die Lehre darf in ihrer Bedeutung nicht weiter hinter der Forschung zurückbleiben! Um eine gute didaktische Qualifizierung der Dozierenden zu ermöglichen fordern wir die Einrichtung bzw. den Ausbau von hochschulischen Fortbildungseinrichtungen und Fachzentren für Hochschullehre sowie die Einführung eines flächendeckenden hochschuldidaktischen Qualifizierungs- und Fortbildungsprogramms. Den Ankündigungen eines Qualitätspakts und qualitativer Korrekturen der neuen Studiengänge müssen jetzt auch Taten folgen, damit der Bildungsgipfel nicht zu einem vorweihnachtlichen Stelldichein der Kanzlerin und MinisterpräsidentInnen ohne Konsequenzen wird!“