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Wir haben da ein Wörtchen mitzureden

„Selbst den Uneinsichtigen unter den Bildungspolitikerinnen und -politikern sollte angesichts der heute stattfindenden Demonstrationen klar sein, dass die weitere Gestaltung der Bildungspolitik nicht hinter verschlossenen Türen im eingeweihten Kreise von Ministerinnen und Ministern beziehungsweise Hochschulrektorinnen und -rektoren bestritten werden kann. Die unmittelbar Betroffenen, die Studierenden, müssen endlich deutlich erweiterte und gesetzlich abgesicherte Mitspracherechte erhalten, um ihre Bildungs- und Lebensumwelt mitgestalten zu können. Man wird nicht müde, die Wichtigkeit von Eigenverantwortung zu predigen, spricht den Studierenden aber die Selbstbestimmung ab, indem man im Zuge übertriebener „Hochschulautonomie“ die Hochschulen in die Abhängigkeit zur Wirtschaft treibt, anstatt an ihnen den Dialog zwischen Studierenden und Universitätsleitung zu fördern.“

Ebenso wird das bislang geringe Echo der Verantwortlichen zu den Protesten der Studierenden im Zuge des bundesweiten Bildungsstreiks kritisiert: „Die Proteste zeigen, dass die Studierenden sehr genau wissen, was sie wollen, und viel dazu zu sagen haben, was an den Hochschulen passiert. Ihnen nicht zuzuhören, sondern stattdessen über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden, ist ein Armutszeugnis. Ebenso zeigt der Umstand, dass es in Bayern und Baden-Württemberg noch immer keine gesetzlich garantierte studentische Selbstverwaltung gibt, wie viel Bedarf es noch im Bereich der Demokratisierung der Hochschulen gibt. Anderslautende Einwände sind angesichts der gegenwärtigen Reaktionen auf die Proteste – man nehme nur die Klagen der HRK-Präsidentin über die „Ungeduld“ der Protestierenden – blanker Hohn. Wir hoffen, dass die KMK heute ein offenes Ohr für die Belange der Studierenden zeigt und die zuvor versprochenen Reformen, die Überarbeitung der Prüfungslasten, die Umgestaltung der Studienzeiten und die Arbeit an vielen weiteren, endlich erkannten Missständen, nicht nur beschließt und umsetzt, sondern dabei auch maßgeblich das berücksichtigt, was tausende von Protestierenden an den Hochschulen und draußen vor dem Tagungsort fordern.“