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Unsicherheit von Bachelor-AbsolventInnen bleibt erhalten

„Die von Bundesbildungsministerin Annette Schavan verbreitete Interpretation der Studie ist nichts weiter als pure Augenwischerei.  Frau Schavan behauptet, die mit Bologna eingeführte neue Studienstruktur würde gut funktionieren und man wäre mit den Bologna-Reformen auf dem richtigen Weg.  Dabei hatte Frau Schavan selbst bei der von ihr initiierten Bologna-Konferenz zum Bildungsstreik zugeben müssen,  dass Korrekturen der bisherigen Studienstrukturreform notwendig sind.   Angesichts der Zahlen der Studie wird deutlich, dass die Unsicherheit über den weiteren Weg für Bachelorstudierende nach einem Abschluss weiterhin vorhanden ist.  Ein großer Teil entscheidet sich für ein weiteres Studium an der Hochschule, während die BA-AbsolventInnen sich nicht ausreichend vorbereitet fühlen und häufiger mit unsicheren und befristeten Beschäftigungsverhältnissen zu kämpfen haben, als alle anderen Hochschulabschlüsse.  72% der BA-AbsolventInnen an Universitäten und 34% an Fachhochschulen studieren nach ihrem Abschluss den Master weiter und 55% der BA-AbsolventInnen sind zum Zeitpunkt der Befragung unbefristet beschäftigt. Bei anderen universitären Abschlüssen liegt dieser Wert im Vergleich bei 69%, bei Master-AbsolventInnen sogar bei 71%.  26% der BA-AbsolventInnen sehen sich nicht ausbildungsadäquat eingesetzt. Aus dieser Sicht ist die Sicht der Bundesbildungsministerin heuchlerisch, denn sie missachtet die wahren Probleme, die BA-Studierende tagtäglich beschäftigen.  Zudem stellt sich die Frage, wie repräsentativ die  INCHER-Studie  wirklich sein kann. An der Studie haben sich nur 48 von insgesamt 394 Hochschulen beteiligt, während  ganze Bundesländer wie Bayern, Rheinland-Pfalz und Sachsen fehlen.  Mit den Bologna-Reformen sollte das Studium qualitativ und auch quantitativ verbessert werden.  Es sollte leichter studierbar und besser auf die Berufswelt vorbereitend sein. Keines dieser Ziele ist bis heute realisiert worden. Deshalb brauchen wir dringend eine umfassende, kritische Überprüfung aller bisherigen Hochschulreformen und eine klare Kurskorrektur, die eine qualitative Studienreform und eine bessere Betreuung beinhaltet.“