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Nicht die Abschaffung des Sitzenbleibens ist pädagogischer Unsinn, sondern dessen Beibehaltung!

„Die Argumente, mit denen der Deutsche Lehrerverband seine positive Einstellung zum Thema Sitzenbleiben begründet, sind unverschämt. Wer wie der Präsident des Deutschen Philologenverbands Josef Kraus eine Abschaffung des Sitzenbleibens als ‚pädagogischen Unsinn’ bezeichnet und ernsthaft behauptet: ‚Für Schüler, die am Ende des Schuljahres in mehreren Kernfächern mangelhafte Leistungen haben, wäre ein Aufstieg in die nächste Klasse eine krasse Fehlinvestition für die ganze Gesellschaft.’, der verschließt nicht nur die Augen vor der Realität, sondern akzeptiert, dass jungen Menschen bereits in ihren ersten Lebensjahren die Zukunft verbaut wird. Es ist wissenschaftlich belegt, dass das Wiederholen einer Klasse meistens nicht einmal in den Fächern, die Grund für die Nichtversetzung waren, einen Lernzuwachs bringt, stattdessen aber junge Menschen demotiviert, ihre persönlichen Ziele zu erreichen. Jährlich werden rund 1 Milliarde Euro für die Finanzierung der Ehrenrunden ausgegeben. Würde man dieses Geld stattdessen in eine sinnvollere Unterstützung und Förderung der Schülerinnen und Schüler investieren, könnte man ihnen nicht nur deutlich besser helfen, man würde sie auch in ihrer gewohnten Lern- und Bezugsgruppe lassen und das persönliche Misserfolgserlebnis des Sitzenbleibens verhindern. Die skandinavischen Länder zeigen, dass es anders geht. Das Wiederholen einer Klasse darf nur freiwillig geschehen, eine Nichtversetzung nur aufgrund mangelnder erbrachter Leistungen ist demütigend und gehört in Deutschland dringend abgeschafft! Gleichzeitig brauchen wir eine grundlegende Reform unseres Schulsystems hin zu einer Gemeinschaftsschule für alle mit einer individuellen Lern- und Förderkultur. Nicht die Abschaffung des Sitzenbleibens ist pädagogischer Unsinn, sondern dessen Beibehaltung!“