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Keine Argumente, aber trotzdem was zu sagen?

„Offenbar ist dem RCDS noch immer nicht bewusst, dass nahezu alle Studierenden in Nordrhein-Westfalen und fünf weiteren Bundesländern dank der schwarz-gelben Landesregierungen Studiengebühren bezahlen müssen und dies bereits jetzt viele junge Menschen vor die Frage stellt, ob sie überhaupt ein Studium aufnehmen können. Erst kürzlich hat dies zu massiven Protesten von Studierenden während der Bildungsstreik-Woche geführt. Jennifer Metzlaff, die stellvertretend für SPD, Jusos und Juso-Hochschulgruppen in der Bundestagswahlkampagne für freie Bildung eintritt, weiß aus persönlicher Erfahrung, wie sehr heute  Bildungschancen vom eigenen Geldbeutel oder dem der Eltern abhängig sind. Sie hat zudem seit ihrem Schulabschluss wie rund zwei Drittel der Studierenden gearbeitet. Bedauerlicherweise legt der RCDS mal wieder mehr Wert auf eine populistische Auseinandersetzung als auf eine sachliche. Natürlich befinden wir uns im Wahlkampf. Umso wichtiger wäre es gewesen, dass sich der RCDS endlich mal getraut hätte, in seiner Pressemitteilung Argumente für Studiengebühren zu nennen. Sich offen für die unter Studierenden absolut unpopulären Studiengebühren auszusprechen, traut man sich dort jedoch entweder nicht oder man kennt schlichtweg die studentische Meinung nicht. Die eigentliche Blamage ist, dass sich der RCDS immer noch als Studierendenverband bezeichnet. Als Frau möchte ich zudem noch auf den entlarvenden Umgang mit Jennifer Metzlaff aufmerksam machen. Als aktive, junge Politikerin ist sie weitaus mehr als „blond und blauäugig“ – der ausschließlich aus Männern bestehende Vorstand des RCDS überlässt uns mit dieser unqualifizierten Äußerung einen tiefen Blick in seine politischen Ansichten und seinen Kommunikationsstil gegenüber politischen Gegnerinnen.“